Wissen ist Macht

Was ist Wissen? Es ist teilweise kennen und teilweise können, gewürzt mit Erfahrung, Erkenntnissen, Einsichten, Vorstellungen, Beobachtungen, Entdeckungen, Einblicken - moderiert durch Klugheit. Wer viel weiß, hat Optionen. Wer Alternativen hat, trifft bessere Entscheidungen. Bessere Entscheidungen summieren sich im Leben. Die Lebensqualität erhöht sich. Auch spezialisiert man sich, denn man ist sich bewusst, dass das, was man weiß, eigentlich nicht viel ist, verglichen mit dem Gesamtwissen der Menschheit. So wird man bescheidener und mit der Zeit weiser.

Was folgt sind einige allgemeine Szenarien, in der wenn und aber Form, vom Wissen und von den Konsequenzen des Nichtwissens. Es folgen Szenarien vom Fußball, genauer gesagt, vom Wissen des Trainers.

Wenn und Aber

Wenn Sie wissen, wie man Geld investiert und Sie sich im Laufe der Jahre davon ein wenig zusammengescharrt haben, können Sie vom Kauf und Verkauf von Aktien, Optionen, Termingeschäften und Obligationen gut leben, sind unabhängig und brauchen nie für jemand anders zu "arbeiten". Aber leider kennen sich in Deutschland wenige Menschen damit aus, im Gegensatz zu den USA, wo ein steigender Prozentsatz der Bevölkerung (insbesondere in New York, Manhattan) sich so ihr Brot verdient.

Wenn Sie wissen, wie man gesund isst, können Sie hundert Jahre alt werden, ohne jemals ernstlich krank zu werden. Das Wissen, wie man das macht, auch wenn es noch vereinzelt und ungeordnet ist, existiert, und ein kleiner Prozentsatz der Menschen leben danach. Aber mehr als neunzig Prozent der westlichen Welt hat vom gesunden Essen wenig Ahnung und ist auch nicht willig, von den Malzeiten, die Mutter früher vorbereitete, abzuweichen. Dafür zahlen wir dann später den Preis.

Wenn einem früh im Leben, sagen wir in den späteren Teenjahren, viele Optionen über mögliche Berufe, zu denen man von der Persönlichkeit und vom Typ her gut veranlagt ist, erklärt bekommt, kann man sich durch Reflektion und Rat den idealen Beruf aussuchen und sich darauf vorbereiten. Aber das gibt es nur im Ansatz, denn die meisten Leute schlittern in einen Beruf hinein, der sich gerade anbietet oder der von den Eltern ausgesucht wird, in dem man aber nicht zufrieden und glücklich werden kann. Das ist die Norm in Deutschland. Unzufriedene Gesichter sind die Folge.

Wie Sie wissen, geht diese Liste endlos weiter. Verallgemeinert heißt das: je mehr man über eine Sache weiß, desto bessere Entscheidungen kann man treffen. Jetzt werden wir die "wenn und aber" Theorie auf den Fußball anwenden.

Das Wenn und Aber im Fußball

Wenn man als Trainer glaubt, man wisse mehr als das Kollektiv der Spieler, führt diese Fehleinschätzung zu wenig Gutem. Denn ein Trainer weiß gewiss nicht so viel, wie 11 Spieler. Oft weiß er sogar weniger oder anderes als einzelne Spieler. Wenn man aber die Fähigkeit hat, das Wissen aller Spieler geschickt und mit Fingerspitzengefühl mit einzusetzen, hat man plötzlich einen Tümpel von Wissen. Wenn man dazu noch versteht, dieses Wissen mit dem eigenen Wissen zu integrieren und es geschickt allgemein anwendet, hat man Power (daher Powerfußball) und großen Erfolg.

Wenn man gut mit Menschen umgehen kann, wenn man sie insbesondere versteht, weil man ihnen gut zuhört und wenn man sich mit Menschtypen auskennt, hat man als Trainer einen großen Vorteil. Wenn man das aber nicht kann und davon ausgeht, dass andere Leute so sein müssten, wie man selbst ist, ihnen nicht zuhört und ihnen sagt, was sie zu tun haben, kommt man als Trainer nicht weit. Dazu gehört auch der Respekt. Respektiert man andere Menschen nicht, wird man auch nicht respektiert. Wenn ein Trainer aber nicht den Respekt der Spieler hat, kann er nicht effektiv sein. (Kein Powerfußball).

Wenn man moderne Methoden der Menschenführung kennt und weiß, diese Methoden gefühlvoll anzuwenden und sich selbst in den Hintergrund zu stellen, läuft alles leicht und bestens. Wenn man die Sache aber nicht so macht und sich in einen Autokraten verwandelt, der die Power der Position nutzen muss, um Gehör und Respekt zu erzwingen, steht man auf verlorenem Posten. Man muss einfach wissen, dass autokratisches Benehmen im Sport keinen Platz hat, es sei denn, man ist auf einem kurzfristigen Powertrip.

Wenn man jeden einzelnen Spieler so einsetzt, dass der Spieler damit 100% einverstanden ist, hat man damit schon einen großen Erfolg erzielt. Denn man hat Person und Position in Einklang gebracht. Wenn man aber Spielern befehlt auf einer Position zu spielen, auf der er nicht spielen mag, weil er glaubt hier nicht spielen zu können, leidet die ganze Mannschaft und die Erfolgschancen verringern sich. Im Powerfußball kommt dieses Szenario nicht auf, denn alle Spieler können so spielen, dass sie 100% geben können.

Wenn man immer die Schuld auf andere schiebt und nie die eigenen Fehler sieht, wenn man also laufend verlangt, neue Spieler zu kaufen, damit das Ergebnis sich verbessert, dabei aber total übersieht, dass die Teamwork leidet oder das Training wenig einbringt oder die Taktik miserabel ist. Beides Angelegenheiten, für die der Trainer verantwortlich ist. Dann schadet man Verein und Spielern. Wenn man aber einen guten Spielkader zusammenstellt und mit diesem Kader auf Jahre hinaus zielstrebig arbeitet, das Talent durch effektives Training rasch und systematisch entwickelt und die Spieler in ein enges Team zusammenschweißt, dann hat man Erfolg. (Dann ist man auf dem Weg zum Powerfußball).

Wenn man die Einstellung hat, und diese Einstellung auch den Spielern vermittelt, dass man anstrebt, Spieler und Mannschaft jede Woche sichtlich zu verbessern, indem man von Spiel zu Spiel dazu lernt und so an seinen Schwächen arbeitet und seine Stärken vermehrt, dann kann es besser nicht laufen. Wenn man aber nichts dazu lernt, wenn ein Spiel wie das nächste aussieht, ohne Verbesserung und mit vielen sich laufend wiederholenden Fehlern, dann besteht wenig Hoffnung. (Das ist das Verhältnis von Powerfußball zum traditionellen Fußball. Im traditionellen Fußball hat sich in Jahrzehnten nichts verbessert).

Wenn man sich auf das Training konzentriert und die Teamwork vernachlässigt oder, umgekehrt, wenn man sich auf die Teamwork spezialisiert und das Training einengt, in anderen Worten, wenn man diese beiden Aspekte nicht gleich gut fördert, fügt man Spielern und Verein Schaden zu. Wenn man aber weiß, dass Teamwork und Training zwei wichtige Elemente des Ganzen sind, das Hauptwerk des Trainers, und sie beide, mit Hilfe der Spieler bestens ausführt, dann handelt man richtig und hat Erfolg.

Wenn Sie als Trainer einen jährlichen Trainingsplan aufsetzen oder ihn übernehmen, ihn gleich am Anfang der neuen Saison den Spielern aushändigen und ihn genau verfolgen, dann tun Sie Unrecht, weil so ein Plan statisch ist und nicht auf die Spieler im Verein, sondern auf Spieler allgemein zugeschnitten ist. Wenn Sie aber den Plan zusammen mit Ihren Spielern jede Woche neu entwickeln, auf Einzeltraining und eine Analyse des letzten Spiels sorgfältig aufgebaut, maximieren Sie die Trainingseffektivität, denn dann konzentrieren Sie sich jedes Mal auf aktuelle, wirkliche Mängel und Schwächen, deren Abstellung oder Verbesserung sichtbare und sofortige Ergebnisse bringen. (Sehen Sie bitte auch Powertraining).

Wenn Sie die Power des Mentalen voll begriffen haben und selbst wissen, dass das Mentale wohl über 50% des Ganzen ausmacht im Fußball und es dazu noch verstehen, das Mentale geschickt zu vermitteln und anzuwenden, werden Sie große Vorteile als Trainer haben, denn diese Power ist gegenwärtig auf den Spielfeldern nicht zu spüren. Wenn Sie aber das Mentale ignorieren, oder wenn Sie diese Aufgabe anderen, Beratern oder Sportspsychologen überlassen, können Sie nie ein guter Trainer werden. Dann fehlt Ihnen mindestens die Hälfte des Fachwissens. (Powerfußball Maxim: Fußball wird durch den Kopf gespielt).

Wenn Sie insbesondere das Mentale beim physischen Training anwenden, weil Sie wissen, das selbst ein Beckham oder Zidane seine Größe nur durch ein enormes Trainingspensum erworben haben und nicht, wie viele denken, durch natürliches Talent für den Fußball, dann können Sie einen enormen Erfolg als Trainer haben, insbesondere, wenn Sie einen Teil des Trainings delegieren - z. B., Einzeltraining direkt an den Spieler. Machen Sie dies aber nicht, mindern Sie Ihre Effektivität als Trainer. Dann wird Ihr physisches Training wenig Erfolg haben, denn Studien haben gezeigt, dass selbst ein sehr gutes, rein physisches Trainingsprogramm nur sehr bedingten Erfolg hat. (Powerfußball Maxim: Der Kopf steuert den Körper).

Wenn Sie sich nicht als Trainer sehen, sondern als eine Art Dirigent, der mit sanfter Hand leitet, viel ermuntert und ermutigt, viel hilft und unterstützt, viel zuhört und wenig sagt, das meiste delegiert auf diejenigen, die es angeht und die betroffen sind. So wird Ihr Orchester schöne Musik spielen, und Sie werden sich oft verneigen müssen, denn Sie haben die Musiker zu einer musikalischen Einheit zusammengeführt. Benutzen Sie aber die Peitsche und züchtigen Abtrünnige, wird es Missklang geben und die Zuhörer werden buhen. (Das "wenn" ist die Essenz des Powerfußballs).

Wenn sie aus den begabten und nicht so begabten Spielern Ihres Spielkaders eine Einheit formen können, die größer ist als die Summe der eingesetzten Spieler, in der jeder jedem hilft und fördert, und für die Sie der spirituelle Vater sind, werden Sie Erfolg haben. Wenn Sie aber die Teamwork ignorieren oder sie nur oberflächlich behandeln, weil Sie nicht richtig wissen, wie man ein Team formt und belebt, werden Sie weniger erfolgreich sein, denn eine Mannschaft muss als Team spielen, nicht als Ansammlung von Einzelspielern. (Powerfußball ohne Teamarbeit ist kein Powerfußball)

Denken Sie an Ihren Verein. Was sind wenn...aber Szenarios, die auf Ihren Verein zutreffen? pielern charakterisieren das Verhältnis der Spieler zueinander. So entsteht Wohlklang und Harmonie.

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