Vereinsstruktur


Struktur folgt Zweck. Zweck beim Fußball ist das nächste Spiel zu gewinnen. Es wird von den Spielern gewonnen, denn alle anderen spielen nicht mit. Sie sind eigentlich unwichtig, obwohl es gegenwärtig den Anschein hat, dass die Manager, Aufsichtsräte und Trainer wichtiger sind. Der Anschein trügt. Wenn das Spiel angepfiffen wird, spielt nur die Mannschaft. Alle anderen sind draußen vor. Hier ist die Hierarchie.

1. Die Mannschaft

Im Powerfußball, wo man erwarten kann, dass die Mannschaft für 15 Jahre zusammenbleibt, steht die Mannschaft daher an der Spitze der hierarchischen Struktur. Um sie dreht sich alles, sie ist der Angelpunkt des Vereins. Die Mannschaft ist der Verein. Sie sind laufend zusammen, von morgens bis abends. Sie bilden eine Einheit, sind ein Team, wie man es sonst nur bei Militär findet. Diese Einheit macht sie stark. Einer für alle und alle für einen, trifft wahrlich auf die Powerfußballmannschaft zu.

2. Der Fazilitator

Sie werden vereint, gestützt und entwickelt vom Fazilitator. Er (oder sie, denn Frauen eignen sich besser für diese Rolle) ist das wichtigste Glied in der Struktur. Ist er gut, werden die Spieler gut. Was heißt hier gut? Er muss weise sein, die Spieler geschickt und mit Einfühlungsvermögen leiten. Genau genommen, hat der Fazilitator wenig zu tun. Denn der Tageskapitän nimmt ihm die tägliche Arbeit ab. Er plant und organisiert nur anfänglich, mit den Spielern natürlich. Steht der Plan, läuft alles planmäßig. Dafür sorgt die Mannschaft. Aus dem Plan entwickeln sich Ziele. Ist der Plan gut, und ist alles bestens organisiert, kann man die Ziele hochstecken („Wir wollen aufsteigen!“)

3. Der Manager

Der Vereinsmanager tut das, was Manager allgemein tun, bis auf die Zielsetzung („Was wollen wir in diesem Jahr erreichen?“), die setzt die Mannschaft. Aber der Manager plant, organisiert und kontrolliert die anderen Abläufe: Eintrittskarten, Stadionpflege, Personal, Finanzen. In der Hierarchie steht der Manager also an dritter Stelle: nach den Spielern und dem Fazilitator. Manager sind leicht auswechselbar. Sie haben nicht den heutigen, oft selbst gestylten Status: Glamourmenschen. Eine gute Sekretärin kann es auch. Der Manager braucht keine Spieler einzukaufen, braucht keine Trainer rauszuwerfen und wieder einzustellen – ein immer wiederkehrendes Phänomen im gegenwärtigen Fußball. Er kann gern rein sachlich und ein wenig einfallslos sein. Auch braucht er keine Weitsicht.

4. Der Aufsichtsrat

Offiziell, hat der Aufsichtsrat wenig Arbeit. Er trifft sich alle paar Monate, hauptsächlich um den Akteuren zu sagen, dass sie einen guten Job tun. Inoffiziell unterstützt er die Mannschaft und den Fazilitator angehend. Die Aufsichtsratsmitglieder sind sogar oft beim täglichen Mittagsessen zu sehen. Sie geben der Mannschaft Auftrieb und ein Gefühl der Dazugehörigkeit.

In einem Fußballleben, in dem Spielerwechsel und Trainerwechsel nicht vorkommen, wird die gegenwärtige Struktur also auf den Kopf gestellt. Was heute unten ist, ist morgen oben. So hat Bill Gates seine Firma aufgebaut. So hat Rensis Likert es in seinem System IV vor langer Zeit beschrieben. So sollte es sein. Insbesondere für Spiele. Aller Art.

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