Verloren? Spieler kaufen!

Wenn Sie so denken, oder wenn Sie sich so ein Denken aufdrängen lassen, kosten Sie dem Verein viel Geld. Denn, wie Sie wissen, hilft ein neuer Spieler, teuer erworben und in der Presse in erhöhte Erfolgserwartungen umgesetzt, oft wenig. Warum ist das so? Weil es viele Faktoren gibt, die den Erfolg ermöglichen, und weil ein neuer Spieler, auch wenn er ein Star ist (sehen Sie bitte auch Einen Star holen), nur einer dieser Faktoren ist. Was sind die Hauptfaktoren des Erfolgs? Sie sind gute Teamarbeit, ein effektives Trainingsprogramm, eine vorausschauende Taktik und zusammenpassende Spielerpersönlichkeiten mit professionellen Ein- und Ansichten und guten technischen Fähigkeiten (sehen Sie bitte auch Erfolgsformel).

Teamwork

Einer der Hauptfaktoren des Erfolgs ist die Teamwork. Alle großen Trainer sind sich darüber einig: Mannschaften sind nicht durch Talente allein erfolgreich. Elf hochtalentierte Spieler garantieren keinen Erfolg. Ein einziger Spieler, auch wenn er ein Star ist, schon gar nicht. Im Gegenteil, wenn ein Star in ein mittelmäßig-talentiertes Team geholt wir, kann er schlecht florieren, denn der Drang und Zug zur Mitte, zur Mittelmäßigkeit ist groß. Ein Star kann nur dann einschlagen und erfolgreich sein, wenn er (a) ein gutes Team vorfindet, das seine Fähigkeiten voll unterstützt und (b) sich selbst in das Team einfügt, also für das Team, nicht für sich selbst spielt. Diese beiden Voraussetzungen sind selten erfüllt. Von optimaler Teamwork ist im Profifußballgeschäft wenig zu sehen. Daher brauchen sich die Stars auch nicht sehr einzufügen. Es wird wenig gefordert, da keiner die Funktion der Teamwork so richtig versteht. So sind Stars gezwungen, sich selbst in Szene setzen, also team-undienstlich zu spielen, um durch dieses Mittel etwas von ihrem Starstatus zu bewahren. (Was die Stars nicht zu wissen scheinen, ist, dass ihre Qualitäten in einem guten Team, dem sie sich willig unterordnen, erst richtig zur Blüte kommen können.)

Es gibt viele Teams mit guten Spielern, die aber nie Meister werden können. Wenn sie trotzdem Meister werden, werden sie es nur, wenn andere Teams die gleiche Unzulänglichkeit haben: das Fehlen einer Teamchemie. Die meisten Vereine haben eine Ansammlung von Spielern, oft sehr guten Spielern, aber kein effektives Team. Ein zusätzlicher Spieler wird keinen großen Unterschied machen. Das Geld sollte sich der Verein sparen. Statt dessen sollte die Teamwork verbessert werden. Das ist zwar eine komplexe, und daher nicht leichte Aufgabe (sehen Sie bitte Teamwork, die Grundlage des Powerfußballs). Sie kostet aber nicht viel. Nur braucht man dazu den richtigen Coach oder Fazilitator. Die Trainer sind oft nicht in der Lage, ein enges Team zu formen. Ihnen fehlt hierfür die Expertise.

Training

Auch wenn eine Mannschaft richtig effektiv trainiert, kann der Verein sich auch oft das Geld für einen neuen Spieler sparen. Was heißt, effektiv zu trainieren? So zu trainieren, dass Sie von Woche zu Woche einen Unterschied auf dem Spielfeld sehen. Sehen Sie einen Unterschied in Ihrem Verein? Wird die Mannschaft im Laufe der Saison immer besser? Wenn nicht, ist das Training uneffektiv. Denn warum trainiert man? Um besser zu werden. Den Gleichstand zu halten ist nicht genug. Wie wird man besser? Indem man ein effizientes Trainingssystem hat (sehen Sie bitte auch Powertraining)

Das Training sollte sich auf das Wesentliche beziehen. Was ist das Wesentliche? Was ist die Essenz des Fußballs? Der Torschuss und das Passspiel. Der Torschuss sollte im Einzeltraining geübt werden. Die Pässe sollten hart und genau geschlagen werden und weich und leicht angenommen werden. Andere Sachen - Dribbeln, Täuschungen, Kopfbälle, Standardsituationen - sind Beigaben, wichtig, aber nicht Essenz. Zur Essens gehört auch: ein "drittes Auge" zu entwickeln. Das heißt, immer zu wissen, ohne hinzusehen, wer wo steht; z.B. zu lernen, dahin zu schießen, wo der Torwart nicht steht. "Leicht" zu laufen, das heißt, so zu laufen, dass nur die Muskeln angespannt werden, die man im Moment gerade braucht; und "tief" zu atmen, um durch maximalen Input von Sauerstoff in die Lungen den Energiespiegel hoch zu halten. Passspiel und Torschuss sind auf Imitation und Repetition aufgebaut. Jeder Spieler imitiert Pässe und Schüsse der besten Spieler der Welt, fünfzigmal im Wohnzimmer (in slow motion), hundertmal bis zweihundertmal auf dem Platz und zweihundertmal im Kopf, täglich, ohne Fehl, im Einzeltraining. So werden Sie einen Unterschied im Spiel sehen. So trägt das Training Früchte. So verbessern sich die Spieler zusehend.

Spieler

Wenn die mentale Einstellung (sehen Sie bitte, Spieler, Kopfarbeit) nicht richtig ist, läuft wenig zusammen, auch wenn Teamarbeit und Training vorzüglich sind. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: wenn Spieler egoistisch oder eifersüchtig sind; wenn sie sich nicht ausdrücken können; wenn das Team nicht miteinander und mit dem Trainer offen und ehrlich kommuniziert; wenn es viele versteckte oder offene Konflikte gibt; wenn die Saisonziele von jemand anders gesetzt werden und die Spieler sich nicht mit ihnen identifizieren können - dann kann es auf dem Platz nicht stimmen, dann fehlt der Spaß und der Fluss.

Zum Training gehört eine besondere Einstellung. Der Verein sollte nur Spieler engagieren, die "hungrig" sind, die gewillt sind, für ein paar Jahre ihr Leben voll dem Fußball zu widmen. Mit dieser Einstellung trainieren die Spieler auch abends noch, nach Feierabend sozusagen So verbessern sie ihre Fähigkeiten, entwickeln ihr Talent und drücken ihr Potential immer weiter hinaus. So lernen sie verstehen, dass ihrem Potential keine Grenzen gesetzt sind. Sie können es immer weiter hinausschieben, bis das Alter Grenzen setzt. Sie können so auch ihre Karriere verlängern, oft bis sie 40 Jahre alt sind, bis sie merken, dass sie nicht mehr lernen können, weil ihr Körper nicht mehr mitmacht.

Auch muss die Persönlichkeit eines Spielers mit der Rolle, die er auszufüllen hat, übereinstimmen. Eine Mannschaft braucht zum Beispiel eine extravertierte Denktype, um die Abwehr zu organisieren. Für diesen Menschentyp ist das Planen und Organisieren natürlich; ihr Gehirn arbeitet so, sie können nicht anders. Auch braucht der Verein intuitive Typen, Spieler, die Lücken sehen, die Ahnungen haben, wie das Spiel sich entwickeln wird, die Möglichkeiten zum Torschuss sehen. Ferner müssen die Typen übereinstimmen, um Persönlichkeitskonflikte, die bei verschiedenen Typen normal sind, durch bewusstes Wissen zu vermeiden. 80% der Fortune 1000 Firmen benutzen Typentheorie, um den richtigen Menschen für einen gewissen Job zu finden. Im Fußballgeschäft scheint dies neu und unerprobt zu sein.

Wie Sie sehen, bestimmen viele Faktoren den Erfolg. Ein neuer Spieler, auch wenn er ein Star ist, macht oft keinen großen Unterschied. Es ist kosteneffektiver, die anderen Faktoren, die zum Erfolg beitragen, zu verbessern. Es ist noch kosteneffektiver, zum Powerfußball überzuwechseln. Dann können Sie Stars ganz vermeiden, indem Sie Ihre eigenen Stars kreieren. (sehen Sie bitte auch Powerfußball - Aus eigenem Nachwuchs)

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