484 Beckhams

Beckham wechselt für 250 Millionen Dollar in die USA.  Was für eine Fehlinvestition!  Für  diese Summe könnte ein Verein in fünf Jahren 484 eigene Beckhams produzieren, denn Spitzensportler werden gemacht, sie kommen nicht als Stars zur Welt.  Alle Stars, gleich ob Musiker, Dirigenten, Schriftsteller, Golfer, Tennis, Kopfsportler (Akademiker) oder Sportler werden gemacht, produziert.  Keine Mutter gebärt Stars.

Man muss nur wissen, wie man es macht.  Wie produziert man Stars?  Indem man ausgediente Fußballspieler für ein paar Wochen auf eine Sporthochschule schickt, wo sie von Beamten für kurze Zeit unterrichtet werden?  Mit Sicherheit nicht. 

Stars produzieren

In der Produktion von Stars muss man früh anfangen.  Die Graf Familie hat es mit der Steffi richtig gemacht.  Der neue Formel 1 Star, Hamilton, fuhr im frühen Alter schon Seifenkistenwagen.  Der Golfer Tiger Woods trieb sich schon als Teenager auf Golfplätzen herum.  Die Liste ist unendlich und gut dokumentiert.  Sie gilt für alle Bereiche menschlicher Aktivitäten.  Die Methode, um Spitze zu werden ist jedoch immer die gleiche:  Üben, üben, üben.  Richtig, gezielt, gekonnt üben.  Über Jahre.  Von früh an.  Lesen Sie die Biografien aller Superstars:  sie alle fallen in dies Muster.

Auch Fußballer werden gemacht.  Aber ganz anders, als das heute der Fall ist.  Heute lernen die über sechs Millionen Fußballspieler in Deutschland fast gar nichts.  Sie gehen ein oder zweimal die Woche abends für ein oder zwei Stunden zum Training.  Die Profis gehen zwar jeden Tag, nur ist ihr Training äußerst ineffektiv.  Sie machen zu viele Sachen die nicht wesentlich sind.  Das Wesentliche, z.B. der Torschuss und das Passspiel, bleibt auf der Strecke.  Sie können sich selbst eine Liste aufstellen, indem Sie ein Profi Spiel analysieren und all die Fehler auflisten, die im Laufe eines Spiels gemacht werden. 

Powerfußball

Im Powerfußball wird ganztäglich gearbeitet, acht bis zehn Stunden am Tag, fünf Tage die Woche.  Ferien gibt es nicht.  Der Sonntag ist der einzige Ruhetag.  Das Programm ist fein ausgeklügelt, die Methoden sind die Allerneuesten (TL, Transformatives Lernen), bis jetzt noch von keiner Sportsart angewendet.  Nach dreijähriger Lehre und zusätzlicher zweijähriger Meisterzeit (mann kann es auch mit dem Bachelor und Meisterprogramm vergleichen) wird aus einem jungen Mann ein Top Profi, der an Können und Effektivität alle gegenwärtigen Stars in den Schatten stellt.  So etwas gibt es noch nicht.  Warum eigentlich nicht?

Um auf Beckham zurückzukommen.  Wie produziert man 484 Beckhams?  Indem man in nur vier Monaten 22 Fazilitatoren (Coaches, Trainer) ausbildet, die dann ihrerseits jeder 22 Spieler über fünf Jahre ausbilden.  Die Fazilitatoren erhalten zwei Mal im Jahr für zwei Wochen zusätzliche Ausbildung.  Nach fünf Jahren haben sie ihre 484 Beckhams.  Jeder dieser „neuen“ Beckhams würde besser spielen als der Original Beckham.

Gutes Geschäft

Sagen wir die Ausbildung der 484 Spieler und 22 Fazilitatoren kostet €2 Millionen pro Jahr und Verein, also  €10 Millionen nach 5 Jahren pro Verein.  Das ergibt  Millionen €220 (10 x 22 Vereine) Gesamtausgaben.  Man könnte also anstatt $250 Millionen für einen Beckham auszugeben, 484 eigene Beckhams produzieren.  Wäre es möglich genug Dumme zu finden, die ebenfalls $250 Millionen pro Beckham ausgeben würden, würden die Einnahmen $121 Milliarden sein, bei $220 Millionen Einnahmen.  Kein schlechtes Geschäft.

Anders ausgedrückt könnte man für den Preis von einem Beckham eine neue Powerliga mit 22 Vereinen aufstellen, die der Bundesliga oder den Top Ligen in anderen Ländern Konkurrenz bieten könnten.  Keine schlechte Idee.

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