Allgemeine Verhaltungsregeln

Alles an einem Torhüter ist hart, durchtrainiert, athletisch - nur die Hände nicht. Sie sind weich und gefühlvoll. Sie kennen den Ball, seine Schwere, seine Flugbahn und seine Drehungen. Aber noch wichtiger als weiche Hände ist die Psyche des Torwarts, seine mentale Vorbereitung auf das Spiel. Denn ohne die Psyche kann der Körper nicht das bringen, was er bringen muss, um ein hervorragender Torhüter zu sein, besonders im Powerfußball.

Psychische Einstellung

Ihre psychische Einstellung muss "richtig", dem Job des Torwarts angepasst sein. Sie müssen deshalb offen sein für ein Umdenken. Lernen Sie sich zuerst einmal selbst gut kennen (sehen Sie bitte auch Menschentypen). Akzeptieren Sie dann, wer Sie sind. Wie vereinbart sich Ihre Selbstauffassung mit dem Bedürfnissen eines Torhüters? Welche Ihrer gegenwärtigen Einstellungen und Ansichten helfen Ihnen auf diesem auserkorenen Pfad, und welche müssen dazukommen, um ein hervorragender Torwart zu werden?

Lösen Sie alte Gedankenmuster auf, die Sie hindern, ein großer Torwart zu sein, und ersetzen Sie diese mit neuen Mustern. Gehen Sie also nach innen, um das Äußerliche bestens verrichten zu können. Das ist das Geheimnis eines guten Torhüters. Sie können jederzeit mit diesem Bewusstseinsumschwung anfangen. Sie können heute beginnen ein besserer Torwart zu werden. Denn was Sie heute denken, entscheidet, wie Sie morgen handeln. Allein der Gedanke, dass Sie sich wirklich verbessern wollen, verbessert Sie. Wenn Sie ein toller Torwart werden wollen, müssen Sie wie ein toller Torwart denken. (sehen Sie bitte auch Man spielt wie man denkt) Wie sollten diese neuen Gedankenmuster aussehen?

Neue Gedankenmuster

· Umgeben Sie sich mit einer Aura von Selbstvertrauen. Diese Vertrauen beeinflusst nicht nur Sie, sondern die eigene Mannschaft, ja selbst den Gegner. Vertrauen Sie Ihren Fähigkeiten. (sehen Sie bitte auch: Selbstvertrauen entwickeln). Sonst kann es passieren, dass Ihre Verteidiger ihre Positionen verlassen, weil sie ihrem nervösen Keeper nicht trauen, deshalb die Flanke wegköpfen wollen und so ein Loch in der Defensive hinterlassen.

· Strahlen Sie Ruhe aus. Seien Sie gefasst und gelassen. So helfen Sie Ihren Verteidigern, auch ruhig und gelöst zu spielen. Was sollten Sie tun, wenn Sie sich nicht ruhig fühlen? Entspannen Sie sich dann (sehen Sie auch Sich entspannen) und reden zu sich selbst (sehen Sie bitte auch Beteuerungen nutzen). Ihre Teamkameraden erwarten, dass Sie ruhig und abgeklärt ins Spiel gehen.

· Sie müssen an sich selbst glauben. Sie müssen Zuversicht ausstrahlen. Wenn Sie Ihre Zweifel haben, denken Sie anders, so dass Sie eine positive Ausstrahlung erzeugen. (sehen Sie bitte auch An sich glauben)

· Seien Sie beständig in Ihren Entscheidungen. Ihre Verteidiger müssen wissen, dass Sie gewisse Flanken selbst aus der Luft nehmen, schon bevor Sie "Mein!" rufen, oder dass Sie "Weg damit!" sagen, wenn Sie auf der Linie stehen bleiben.

· Helfen Sie, die Verteidigung zu organisieren, mit ruhigen, freundlichen aber doch genauen und lauten Ausrufen, die familiär und verständlich sind. Schreien Sie Ihre Verteidiger nie an. Ordnung steigert das Vertrauen.

· Verteilen Sie die Bälle schnell, intelligent und genau. So werden Sie zum Mitspieler, der den Gegenangriff einleitet. So können Sie "Assists" beanspruchen, wenn Sie den Ball fangen, zur 16 Meter Linie rennen, den Ball vor sich hin werfen, und einen Steilpass einleiten.

· Setzen Sie Ihren Körper voll ein. Werfen Sie sich dem heranstürmenden Angreifer entgegen, um den Ball gerade noch mit den Fingerspitzen am Pfosten vorbeizuleiten. Das gibt der Mannschaft einen psychologischen Lift.

· Lassen Sie keine "weichen" Tore zu, diese kleinen Überraschungstore, die eigentlich gar nicht zu Toren hätten führen sollen. Diese "unnötigen" Tore drücken die Stimmung am meisten.

· Stehen Sie regelmäßig richtig und wissen Sie, wo der Ball hingeht. Position basiert auf Ahnung unterscheidet den guten vom herausragenden Torwart. Tun Sie das, brauchen Sie sich auch nicht spektakulär hinzuwerfen, um einen Ball zu halten. Regelmäßigkeit lässt sich mental gut üben. (Sehen Sie bitte auch mentales Training)

· Lesen Sie die Vorschläge für Spieler, unter Drittäugig sehen. So wissen Sie, was in deren Köpfen vor sich geht.

Die Praxis

Eine stabile Psyche und gute physische Fähigkeiten helfen auch beim Training. Hier ist es wichtig, dass Sie sich genau wie im Spiel anstrengen und verhalten. Sie sollten jedes Tor, dass man gegen Sie im Training erzielt, als eine persönliche Beleidigung ansehen. Sie sollten auch im Training kein Tor zulassen. Das wird Ihnen schwer fallen, denn Sie wissen, dass Sie im Training viel mehr gefordert werden als im Spiel am kommenden Samstag. Nur verbessern Sie sich während des Trainings, nicht während des Spiels. Wenn Sie beim Training eine lasche Einstellung haben, werden Sie diese auch am Samstag haben. Außerdem werden Ihre Kameraden es nicht gern sehen, wenn Sie sich beim Training nicht anstrengen und viele Tore zulassen.

Wie wir es bei der WM 2002 mehrfach gesehen haben, passiert es, dass ein guter Torhüter einen gravierenden Fehler macht. Sich dann auf den Boden zu werfen und mit den Fäusten auf den Rasen zu trommeln, hilft nicht. Dieses Benehmen vergeudet nur Energien und befremdet die Mitspieler. Ein Fehler darf Sie nicht aus der Ruhe bringen. Sie müssen lernen, sich innerlich so schnell wie möglich zu "neutralisieren", also die negativen Gefühle abgleiten zu lassen um Ihre positive Einstellung wieder anzunehmen. Gleichfalls, wenn Ihre Kameraden in der Abwehr einen Fehler machen, brüllen Sie diese nicht an und gebrauchen Sie keine Schimpfworte. Wie Sie, sind auch Ihre Mitspieler nicht perfekt. Ruhige, aufmunternde und ermutigende Worte sind in fast allen Fällen weitaus hilfreicher.

Wenn Ihre Mannschaft für längere Zeit in der Hälfte des Gegners spielt, können Sie leicht Ihre Konzentration und Ihren Rhythmus verlieren. Dieser Lapsus kann zu Fehlern führen. Erinnern Sie sich daran, dass Sie verantwortlich sind für den Raum hinter dem letzten Verteidiger. Wenn diese also aufrücken, sollten Sie doppelt wachsam sein. Denn es ist gefährlich am, oder vor dem, 16 Meterraum zu stehen.

Wie Sie mit Ihren Mitspielern kommunizieren, ist genau so wichtig, wie der Inhalt Ihrer Kommunikation. Ihr Ton sollte positiv und dringend, nicht negativ und panisch klingen. Geben Sie Anweisungen, aber reden Sie nicht laufend, sonst hört keiner mehr hin.

Den Ball zum Torwart zurückzuspielen ist Standard heutzutage, auch wenn dieses taktische Manöver bei den Zuschauern nicht sehr beliebt ist, weil es in ihren Augen mehr den Anschein von Einfallslosigkeit als von einem taktisches Manöver hat. Dieses Manöver heißt aber auch, dass Sie in der Lage sein müssen, wie ein Feldspieler zu agieren. Sie müssen den Ball mit beiden Füßen annehmen und wegschlagen können, und zwar nicht irgendwo hin, sondern zu dem Mitspieler, der am besten positioniert ist. Sie sollten deshalb beim Training auch mit den Feldspielern spielen, zusätzlich zu Ihrem eigenen Training mit Ihrem eigenen Trainer. Dieses Doppeltraining entfacht auch den Teamgeist in Ihnen und Ihren Mitspielern.

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