Fußballer werden gemacht

Ein Gedicht wird „gemacht“ , sagte Gottfried Benn.  Er rang, wie Nietzsche, der deutschen Sprache Ausdrucksmöglichkeiten ab.  Dirigenten werden gemacht.  Tennisspieler (Steffi Graf!) werden gemacht.  Schriftsteller werden gemacht. Religion wird gemacht, heißt es in der Literarischen Welt.  „Wir holen keine Stars, wir machen welche“ sagt Friedrich Schirmer, neuer Intendant des Deutschen Schauspielhauses.  Alle, die in einer Gesellschaft herausragen, werden gemacht.  Keiner wird also zu irgendwas geboren.  Auch Mozart nicht. 

So ist es auch im Fußball.  Kein Fußballspieler erhält sein Talent von der Muttermilch.  Auch sie werden gemacht.  Durch Übung.  Durch zehntausendfache, ja hunderttausendfache Übung des Passes und Torschusses.  Durch Tausende Seminare, denn Fußball wird durch den Kopf gespielt. 

Das „Machen“ fehlt gegenwärtig.  Die Topteams sind bunt gemischt, mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen.  Fehlt die gemeinsame Sprache, kann der Trainer schwer etwas „machen“.  Fehlt die Spielintelligenz, läuft nichts zusammen.

Während einer dreijährigen Lehrzeit, 40 Stunden die Woche, jahrein, jahraus, werden junge Leute (auch die, die noch nie vorher gespielt haben) zu Powerfußballspieler „gemacht“. 

Wir nennen es „machen“.  Eigentlich machen die Spieler sich selbst, denn der Trainer stellt nur Fragen, gibt selten Antworten.  Wie soll er Antworten auch wissen, er war ja selber nur Spieler, ohne das Lehren jemals gelernt zu haben (außer einem kurzen Lehrgang in der Sporthochschule, auch eine Anstalt, in der die Dozenten und Professoren das Lehren nie gelernt haben. 

Anstatt, dass alle an einem Strang ziehen, sind Gegensätzlichkeiten da, Missgunst und Misstrauen vorrangig.  Jeder drängt sein persönliches Ich in den Vordergrund, und versucht, seine persönlichen Vorteile wahrzunehmen, damit der Vertrag verlängert wird, oder um andere Vereine zu interessieren .  Ein Sieg ist doch nur bei voller Einigkeit möglich. 

Es kann also nicht viel zusammen kommen, so wie es jetzt läuft im Fußball.  Wir müssen unsere eigenen Spieler „machen“, durch ein erstklassiges, langjähriges, volltägiges, bestens ausgeklügeltes Trainingssystem.  Dieses System heißt Powerfußball.

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