Spielersucht nach dem Powerfußball

Wenn Sie die ersten drei Monate des Powertrainings hinter sich haben, täglich einmal in die Schusshalle und später in the Passhalle gehen, zwischendurch die Powertaktik im Seminarraum üben und dann noch ausführlich ein Fußballthema diskutieren und internalisieren, werden Sie morgens aufwachen, sofort aus dem Bett springen, um mehr Powerfußball zu bekommen.  Powerfußball kann, ja sollte, zur Sucht werden.

Es ist ein gutes Gefühl, am frühen Morgen in der Schusshalle pausenlos für 30 Minuten beidbeinig, aus verschiedenen Distanzen gegen eine Betonwand zu schießen.  Die Technik des Schusses ist tief in Ihrem Gehirn verankert, Sie brauchen nicht mehr darüber nachzudenken.  Sie schießen einfach, wie im Rausch, mal mit links, mal mit rechts, hart, indem sie das Ch’i Prinzip anwenden, und können den nächsten Spieltag kaum abwarten, um Ihr Können anzuwenden.

Das gleiche gilt für das taktisch Training.  Von Tag zu Tag sehen Sie immer klarer, wo Sie sich, im Verhältnis zu Raum und Zeit und Mitspielern, optimal positionieren sollten, beim Angriff und bei der Verteidigung.  Nach Hunderten von Stunden stehen Sie eventuell immer richtig, ohne darüber viel nachdenken zu müssen.  Ihr Körper ist entspannt, Sie atmen richtig, Sie werden nie müde – aber im Kopf sind Sie total da, voller Konzentration.

Durch die täglichen Seminare lernen Sie viel.  Sie bekommen die täglichen Zusammenfassungen des letzten Seminars und heften sie in Ihr persönliches Fußballbuch, das Ihr Tagebuch vervollständigt.  Nach drei Jahren haben Sie mehrere Ordner voller Zusammenfassungen, und die Tagebücher mehren sich. 

Besonders ist, dass Sie als Team über Jahre zusammenbleiben.  Das bietet ein Gefühl der Sicherheit.  Die sozialen Bedürfnisse werden so befriedigt, auch die der eigenen Wertschätzung.  Der Ton innerhalb der Mannschaft ist immer höflich, freundlich; alle sind hilfsbereit, haben eine total positive Einstellung.  Sie alle haben das Gefühl, dass sie alles erreichen können, was Ihnen vorschwebt.

Sie wissen, dass Ihre Profikarriere kurz ist.  Am Karriereende wollen Sie finanziell gut dastehen.  Sie und Ihre Kollegen sind am Profit beteiligt.  Ihnen gefällt dieses darwinische Leistungsprinzip.  Es spornt sie jedes Mal wieder an.  Sie verdienen sich praktisch Ihr Geld mit jedem Spiel neu. 

Am Ende Ihrer Spieler Karriere winkt die Fazilitatoren Karriere.  Sie könnten sogar daran denken, sich Ihren eigenen Amateurverein zu kaufen und ihn so aufzubauen, wie Sie es gelernt haben.  So sind Sie unabhängig und könnten Ihr Wissen und Ihre Erfahrung an die Jugend weitergeben. 

An all dies denken Sie jeden Tag, denn die langjährigen Karrierepläne würden gleich am Anfang Ihrer Profilaufbahn in den Seminaren ausführlich besprochen.  Sie haben ein Ziel.  Und Sie haben Sicherheit.  Sie sind international einsetzbar, denn Sie haben während Ihrer Spielerkarriere auch ein oder zwei Sprachen gelernt. 

All das ist Ihnen klar vor Augen, wenn Sie den neuen Tag beginnen.  Freude und Abenteuer pur erwarten Sie.  Das macht süchtig.  So werden Sie und Ihre Mitspieler jeden Tag mit frischem Elan beginnen.  Sie sind ein enges Team.  Auf dem Spielfeld verstehen Sie sich fast blind.  Wenn Sie spielen, sind Sie „in the flow“, ohne Denken zu müssen.

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