Fazilitator Qualifikationen

Fazilitatoren sind besondere Leute.  Das Wort facilis L.leicht, und facere L. machen, sind darin enthalten, etwas leicht machen.  Passt das nicht zum Fußballspiel?  Denn Spielen ist ja etwas leichtes.  Auch ist es leicht zu lernen.  Jedes Kind kennt es.

Der Trainer

Also brauchen wir im Fußball keine Schwergewichtler, keine Autokraten, keine Trainer – ein weiteres Wort, das schlecht aus dem englischen übersetzt wurde, denn Trainer handeln im engl. meist mit Tieren, nicht mit Menschen  – denn, was haben sie schon zu sagen, welchen Rat können sie geben?  Das Spiel ist ja so einfach.  Jeder kennt es.

Woher kommt die Macht des Trainers im gegenwärtigen Fußball?  Vom Nichtwissen.  Von der Tradition, der Überlieferung, dem Brauch.  Also dem Nichtdenken.  Was zum Nichtwissen führt.  Wüssten die Trainer viel, und wüssten die Trainer der Trainer viel, würden sie nicht viel sagen, sondern es leicht angehen lassen.  Denn sie haben nichts zu sagen.  Was weiß ein Trainer über den Fußball, das ein Spieler nicht weiß?  Nichts. 

Die Macht der Trainer kommt von der Position:  „Wenn Du nicht tust, was ich Dir sage, spielst Du nicht“; vom autokratischen Gehabe mit Bezug auf die  Mannschaftsaufstellung:  „Du spielst heute hängende Spitze“ und von der Wahl der Taktik:  „Gegen diesen Verein spielen wir unser bewährtes Drei-Vier-Drei System.  Auch kann der Trainer die Trainingsübungen aussuchen:  „Jetzt machen wir das“. 

In einem Teamsport ist ein autokratischer Führungsstil ein Unding!  Ein Oxymoron.  Ein riesiger Fehler.  Ein totales Missverständnis von der Rolle des Trainers.  So spielt die Mannschaft mit einem Gehirn, dem des Trainers.  Die Spieler sind bloß Statisten, die ihre Rolle ausfüllen.  „Das hier ist Dein Raum.  Bleib da.  Verlässt Du den Raum einmal, komme so schnell wie möglich zurück.“ 

Der Fazilitator

Ein Fazilitator erleichtert die Aufgaben der Spieler.  Er führt, indem er Fragen stellt, aber keine Antworten gibt.  Er ist der beste Freund der Spieler, jemand der Respekt einflößt, weil er alle Schwierigkeiten beseitigt, nicht unbedingt, indem er kräftig mit anpackt, sondern weil er vorsorgt und mit (nie für) den Spielern plant.  Er gibt selten Antworten, stellt aber viele Fragen.  Er betrachtet sich als ein Mitspieler, ein Kamerad, einer, der von den Spielern viel lernt.  Die Spieler sollten das Gefühl bekommen, dass ein Trainer eigentlich gar nicht nötig ist.

Er kennt sich mit Menschen aus, kennt die Psyche jedes einzelnen Spielers, hilft mit den Schwächen.  Er schmilzt 22 Hirne zu einem zusammen.  Alles, was er weiß, wissen die Spieler auch.  Mit den Spielern, lernt er laufend dazu. 

Er hat verschiedene Kompetenzen.  Er ist ein Human Ressource Spezialist, weiß, wie man Teams formt und entwickelt, durch Seminare und Workshops, die er so geschickt leitet, dass die Spieler den Eindruck haben, sie hätten alles getan und er nur zugehört.  Er versteht so viel vom Fußball, wie jeder andere, was nicht verwundert, weil das Spiel ja so einfach ist.  Die Spieler nennen ihn auch Sokrates, weil er so weise ist und seine Weisheit durch Fragen weitergibt.  Sein Führungsstil ist partizipativ, sogar delegatorisch, aber nie autokratisch, noch nicht einmal konsultativ. 

Er ist ein sehr guter Lehrer, kennt sich mit verschiedenen Lehr- und Lernstilen aus, schätzt besonders die transformative Lehrmethode, die es ihm erlaubt, Spieler über die Jahre so zu verwandeln, dass sie ganz andere – tiefe, bewusste, verantwortungsvolle – Menschen werden.  Er kann auch eine Sie sein, denn im Human Ressource Management sind Frauen oft effektiver als Männer, die es schwer finden, ihr Ego zurückzustellen.  Idealerweise, ist er ein extravertierter, intuitiver Mensch, der das erfolgreiche, flüssige Spiel genau so herbeisehnt wie die Spieler.

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