Das Training feiern

Warum feiern wir eigentlich nur das eigentliche Spiel mit Zuschauern und Fernsehkameras und selten das Training? Wegen der Zuschauer und Fernsehkameras. Diese Einstellung geht aber gegen viele der mentalen Vorschläge, die hier aufgeführt sind. Denn sollte das Training nicht ein Vorbild für das Spiel sein? Und nicht nur Zeitvertreib? Oder ein nötige, aber wenig geliebte und beinahe überflüssige Pflichtübung?

Das Training sollte ein Vorbild des Spiels sein. Umgekehrt, das Spiel sollte ein Abbild des Trainings sein. Training heißt üben. Üben für was? Für das Spiel, das Spiel mit den Zuschauern und den Kameras. Für die Schau, die Performance, die Unterhaltung. Was im Training geschieht, sollte im nächsten Spiel geschehen. Ist das Training schwach, kann das Spiel nicht großartig werden. Ist das Training aber gut, sollte das Spiel auch gut sein, vielleicht sogar sehr gut, wenn die Spieler be jedem Training dazulernen. Die Beziehung zwischen Training und Spiel ist also eine sehr enge Beziehung. Sie hat eine hohe Korrelation.

Wenn dem aber so ist, muss das Training nicht nur ernst genommen werden, es sollte auch gefeiert werden, ohne Zuschauer und Kameras. "Das muss gefeiert werden" sollte man am Ende einer Praxis sagen können, denn wir haben Spaß gehabt, uns voll eingesetzt, unser Letztes gegeben, dazu gelernt, und freuen uns schon auf das Spiel, um das Gelernte nicht nur zu wiederholen, sondern es sogar ein wenig besser anzuwenden.

Das Training feiern

Jeder Moment des Lebens, wenn vorbei, kommt nie wieder. Jedes Training, wenn vorüber, sollte die Mannschaft auf irgend eine Art und Weise verbessert haben. Geschieht das nicht, hätte das Training nicht stattzufinden brauchen. Jedes Spiel, wenn vorüber, sollte ein Abbild des Trainings sein. Zwar fehlt dem Training das Glitzern und Funkeln des Spiels, aber das Gelernte sollte haften bleiben und angewendet werden. Also bringt das Training uns weiter, nicht das Spiel, denn das Spiel ist, wie gesagt, nur das Abbild des Trainings. Der Einsatz und die Anstrengungen der Vorbereitung sollten daher eigentlich genau so gefeiert werden, wie die Fähigkeit, das Gelernte im Spiel umzusetzen und anzuwenden.

Das Training gehört der Mannschaft. Die Ausführung des Trainings, das Spiel, gehört den Zuschauern und den Kameras, für die Sie ja spielen. Wenn Sie das Training nicht feiern, wenn es nur Schinderei und unangenehme Pflicht ist, fehlt der Funke, das Trainierte, wenn überhaupt etwas dazu gelernt wurde, im Spiel in die Tat umzusetzen. Das ist auch der Haken. Wenn nichts dazu gelernt wurde, gibt es wenig zu feiern. Also muss das Training so konstruiert werden, dass jeder Spieler und die Mannschaft dazulernen. Dann freut man sich und hat Grund zu feiern.

Noch wichtiger, da Sie fünf bis sechs Tage in der Woche trainieren und nur an einem Tag spielen, müssen Sie dem Training mehr Bedeutung zumessen, denn wie können Sie sonst eine Begeisterung für das Training entwickeln? Sollte das Training nicht intensiv genug sein, um zur Verbesserung zu führen, damit Sie Ihrem Potential ein wenig näher rücken?

Das Training interessant machen

Spitzenteams spielen, wie sie trainieren. Hier merken Sie, dass trainiert wurde. Entgegengesetzt, bei vielen Teams, meist bei denen, die sich unten in der Tabelle tummeln, merken Sie nicht, dass trainiert wurde. Daher müssen Sie und Ihre Mitspieler so trainieren, wie Sie spielen wollen. Mit Spaß und voller Energie. Wie im Spiel. Die Zuschauer und deren Applaus können Sie sich vorstellen. Einer der Gründe, warum Spiele intensiver sind als das Training, ist, dass Spiele Konsequenzen haben. Also, wenn Sie trainieren wollen, wie Sie spielen, müssen Sie (und Ihr Trainer) Konsequenzen in das Training einführen. Stopuhr und Anzeigetafel können hier helfen. Kleine Wettkämpfe. Die Verlierer müssen fünf Liegestütze machen. Wer es am besten macht, bekommt Applaus von den Mitspielern. Es gibt viele kleine Belohnungen. Wir Menschen lieben nun einmal Belohungen, auch wenn sie noch so klein sind, denn das Leben ist wankelmütig und zerbrechlich, und das Gefühl der Unsicherheit verlässt uns nie. Wie in den Kinderjahren, können kleine Belohnungen beim Training große Erfolge haben. Der Applaus der Mitspieler bleibt länger im Gedächtnis als der Applaus der Zuschauer. Ein treffendes, anerkennendes Wort vom Trainer kann Wunder bewirken.

Der Trainer, Sie und Ihre Mitspieler können das Training auch so planen, dass es chaotischer und druckvoller ist, als Sie es je in einem Spiel vorfinden. Zum Beispiel, drei kleine Teams können zur gleichen Zeit den Langpass üben oder auf das Tor schießen. Oder vier Teams können zugleich, kreuzweise, auf vier Tore spielen. Machen Sie es so mit jeder Team- und jeder Einzelübung. Erschweren Sie die Umstände. So erscheint das Spiel am Wochenende vergleichsweise leicht und zahm. Feiern Sie also auch die Kunst, das Training interessant zu machen. So wird jeder Trainingstag zu einem Ereignis, dem Sie mit Erwartung entgegensehen. Zusammensein zu wollen, zu lachen und Spaß zu haben machen das Training begehrenswert. Etwas dazuzulernen hebt es.

[zurück]