Kämpfen? Nein!

Wir sollen euch kämpfen sehen!“ dröhnt es von den Rängen.  Haben die Zuschauer recht?  Im Gegenwartsfußball wohl schon.  Im Powerfußball aber nicht.  Warum nicht?

Kämpfen heißt an die Gegenspieler rangehen, ihnen im Kampf den Ball abnehmen, oder sie zumindest stören, den Ball abzuspielen.  Sie können aber selber sehen, wie leicht Spieler wie Zidane, Henry u.a. ihre Gegner umspielen.  Die Regel ist:  wer angreift, kann leicht umspielt werden, denn er legt sich fest.  Er zielt mit dem Fuß auf den Ball, nur ist der Ball dem Fuße des Angriffsspieler näher.  Nur technisch unversierten Spielern kann man den Ball abnehmen.

Sofortige Ballweitergabe

Im Powerfußball kommt es nicht zum Kampf, denn der Ball wird im one touch (eine Berührung) weitergegeben.  Der one touch ist oft so schnell, dass der Gegenspieler gar nicht reagieren kann.  Dies ist insbesondere der Fall, wenn der one touch mit einem Täuschungsmanöver verbunden ist.  Man spielt den Ball also sofort weiter, täuscht aber die Richtung.  So erwartet der betroffene Verteidiger den Pass gar nicht.

Kämpfen ist also nicht erfordert.  Konzentration und Schnelligkeit des Ballspielers sind jedoch erforderlich.  Die Fähigkeit des drittäugigen Sehens kommt hinzu, um mehrere Anspielstationen im Auge zu haben, von denen man sich dann die Station (den Spieler) aussucht, welche die beste Gelegenheit zum Torschuss hat.

Wegspitzeln

Statt Kämpfen ist ein ballettartiges Benehmen förderlich.  Der Abwehrspieler steht zwei Meter vor dem Angreifer und versucht diesem den Ball wegzuspitzeln.  Während er vor dem Angreifer tänzelt, hält er die zwei Meter Distanz ein.  Das Spitzeln ist eine rein-raus Bewegung, die zwei Meter aber bleiben gewahrt. 

Außerdem verteidigt er nicht allein.  Jeder Angreifer wird immer von zwei Abwehrspielern beschirmt.  Leicht und locker.   Sie lassen ihn nicht zum Schuss kommen.  Sie lassen sich auch nicht umspielen.  Sie versuchen, ihm den Ball wegzuspitzeln.

Kämpfen im Powerfußball wäre Energieverschwendung.  „Wir wollen Euch spitzeln sehen“, wäre ein guter Slogan für die Zuschauer.

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