Jeden Tag dazulernen

Vieles erfahren haben heißt noch nicht, Erfahrung besitzen. (Von Ebner-Eschenbach)

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass wenige Spieler sich im Laufe der Jahre verbessern? Junge Spieler, zum Beispiel, werden bekannt, wenn sie ein gewisses Niveau erreichen, bleiben dort aber in ihrer Entwicklung stecken. Haben Sie Ihr Plateau, ihr Potential erreicht? Ausländer kommen nach Deutschland, akklimatisieren sich und spielen dann auf Jahre gleich und beständig, aber ohne sich zu verbessern. Ältere deutsche Spieler, oft Stammspieler in ihren Vereinen, spielen oft für Jahre auf dem gleichen Niveau. Man möchte fast glauben, dass ein jeder Spieler sein Potential erreicht hat, wenn er einmal in der Bundesliga spielt und sich dann nicht mehr verbessern kann. Stimmt das?

Das stimmt nicht. Es gibt kein begrenztes Potential. Dem Potential eines Menschen sind keine Grenzen gesetzt. Potential ist dehnbar. Potential ist immer das, was man im Moment als Verbesserungsmöglichkeit ansieht. Aber die Momente erneuern sich laufend. So kann man auch sein Leistungsvermögen immer höher schrauben. Wenn man eine Grenze erreicht hat, kann man sie durchbrechen, weil die neue Grenze schon sichtbar ist. Immer wieder, ohne Ende. Man kann also mit dem Alter immer besser werden, wenn man dazulernt. Das heißt, man kann länger spielen, die eigene Spielkarriere ausdehnen. Das passiert zwar heute schon, aber nicht, weil ein Spieler mit dem Alter besser wird, sondern weil er nicht schlechter wird. Ältere Spieler können also theoretisch besser sein als junge Spieler. Wie? Indem sie jeden Tag etwas dazulernen. In anderen Worten, indem sie nicht für den Rest Ihrer Karriere auf einem früh erreichten Plateau stehen bleiben, sondern ihre Leistungsfähigkeit laufend steigern.

Jeden Tag dazulernen

Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Tagebuch, in das Sie jeden Tag eintragen, was Sie dazugelernt haben. Es braucht keine große Sache zu sein, es kann zum Beispiel eine Einsicht sein: "Ich will mich nicht mehr provozieren lassen."; die Anwendung einer vorherigen Einsicht: "Ich habe heute meine Energien besser eingeteilt."; ein erreichtes Ziel "Ich habe heute 20 Elfmeter geschossen und die Hälfte verwandelt."; etwas Neues: "Ich habe heute zum ersten Mal einen neuen Trick ausprobiert."; etwas Altes wiederholt: "Ich habe heute mit einem Mitspieler für eine Stunde das Langpassspiel geübt"; oder eine Ansicht geändert: "Ich habe Den Gegner als Kamerad ansehen gelesen."

Die obigen Beispiele sind alltäglich. Hier ist ein besseres Programm: "Ich habe heute den Freistoß auf dreifache Weise geübt. Erstens, habe ich genau studiert und nachgeahmt (slow Motion Video), wie Roberto Carlos einen 25 Meter Freistoß unter die Latte knallt. Zweitens, habe ich diesen Schuss auf dem Platz 20 Mal ausprobiert. Drittens, habe ich diesen Schuss 200 Mal im Kopf geschossen." Das wäre ein beachtlicher Eintrag ins Tagebuch.

Sogar am Spieltag - und dem Sonntag danach, auch wenn er frei ist - sollten Sie sich ein Ziel setzen und etwas dazulernen. "Ich habe mich heute bemüht, mich während des Spiels freizulaufen und anzubieten"; oder "Ich habe heute nur auf positive Weise mit meinen Mitspielern kommuniziert".

Bewusster trainieren

Jeder Tag in Ihrem Tagebuch sollte einen Eintrag enthalten. Wenn Sie sich einmal an diese eigentlich angenehme Routine (denn jeder Eintrag ist ein Verdienst, ein Lob, eine Errungenschaft) gewöhnt haben, werden Sie Ihren Tag und Ihr Training bewusster angehen. Das heißt, dass Sie es bewusst beabsichtigen, etwas dazuzulernen. Das Training wird dann zur Absicht, zum Vorsatz. Es ist nicht automatisch, mechanisch, etwas, was vom Trainer bestimmt wird und das Sie über sich ergehen lassen. Zwischen diesen beiden Einstellungen liegt ein gewaltiger Unterschied. Bewusstes, berechnetes Handeln, das von Ihnen ausgeht, ist weitaus effektiver als unbewusstes, unbeabsichtigtes Handeln, das man Ihnen aufzwingt.

Wenn Sie so denken, jeden Tag etwas dazuzulernen, und so handeln, Ihre Taten täglich in einem Tagebuch festzuhalten, werden Sie sich laufend verbessern. Das hat wichtige Folgen. Sie werden von Spiel zu Spiel sichtbar besser. Das heißt, Sie werden immer eingesetzt, Sie spielen immer mit. Sie können, wenn Sie wollen, zu besseren Vereinen wechseln. Sie können Ihre Karriere um Jahre verlängern. Sie können dieses einfache Verfahren - jeden Tag etwas dazuzulernen und es im Tagebuch zu dokumentieren - auch auf Ihr Leben ausweiten, es sogar Ihre Kinder lehren oder es als künftiger Trainer jungen Spielern vermitteln. So werden Sie zu einem bewusst lebenden Menschen. Und das, so sagen die Weisen, ist das Hauptziel des Lebens.
Vieles erfahren haben heißt noch nicht, Erfahrung besitzen. (Von Ebner-Eschenbach)

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass wenige Spieler sich im Laufe der Jahre verbessern? Junge Spieler, zum Beispiel, werden bekannt, wenn sie ein gewisses Niveau erreichen, bleiben dort aber in ihrer Entwicklung stecken. Haben Sie Ihr Plateau, ihr Potential erreicht? Ausländer kommen nach Deutschland, akklimatisieren sich und spielen dann auf Jahre gleich und beständig, aber ohne sich zu verbessern. Ältere deutsche Spieler, oft Stammspieler in ihren Vereinen, spielen oft für Jahre auf dem gleichen Niveau. Man möchte fast glauben, dass ein jeder Spieler sein Potential erreicht hat, wenn er einmal in der Bundesliga spielt und sich dann nicht mehr verbessern kann. Stimmt das?

Das stimmt nicht. Es gibt kein begrenztes Potential. Dem Potential eines Menschen sind keine Grenzen gesetzt. Potential ist dehnbar. Potential ist immer das, was man im Moment als Verbesserungsmöglichkeit ansieht. Aber die Momente erneuern sich laufend. So kann man auch sein Leistungsvermögen immer höher schrauben. Wenn man eine Grenze erreicht hat, kann man sie durchbrechen, weil die neue Grenze schon sichtbar ist. Immer wieder, ohne Ende. Man kann also mit dem Alter immer besser werden, wenn man dazulernt. Das heißt, man kann länger spielen, die eigene Spielkarriere ausdehnen. Das passiert zwar heute schon, aber nicht, weil ein Spieler mit dem Alter besser wird, sondern weil er nicht schlechter wird. Ältere Spieler können also theoretisch besser sein als junge Spieler. Wie? Indem sie jeden Tag etwas dazulernen. In anderen Worten, indem sie nicht für den Rest Ihrer Karriere auf einem früh erreichten Plateau stehen bleiben, sondern ihre Leistungsfähigkeit laufend steigern.

Jeden Tag dazulernen

Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Tagebuch, in das Sie jeden Tag eintragen, was Sie dazugelernt haben. Es braucht keine große Sache zu sein, es kann zum Beispiel eine Einsicht sein: "Ich will mich nicht mehr provozieren lassen."; die Anwendung einer vorherigen Einsicht: "Ich habe heute meine Energien besser eingeteilt."; ein erreichtes Ziel "Ich habe heute 20 Elfmeter geschossen und die Hälfte verwandelt."; etwas Neues: "Ich habe heute zum ersten Mal einen neuen Trick ausprobiert."; etwas Altes wiederholt: "Ich habe heute mit einem Mitspieler für eine Stunde das Langpassspiel geübt"; oder eine Ansicht geändert: "Ich habe Den Gegner als Kamerad ansehen gelesen."

Die obigen Beispiele sind alltäglich. Hier ist ein besseres Programm: "Ich habe heute den Freistoß auf dreifache Weise geübt. Erstens, habe ich genau studiert und nachgeahmt (slow Motion Video), wie Roberto Carlos einen 25 Meter Freistoß unter die Latte knallt. Zweitens, habe ich diesen Schuss auf dem Platz 20 Mal ausprobiert. Drittens, habe ich diesen Schuss 200 Mal im Kopf geschossen." Das wäre ein beachtlicher Eintrag ins Tagebuch.

Sogar am Spieltag - und dem Sonntag danach, auch wenn er frei ist - sollten Sie sich ein Ziel setzen und etwas dazulernen. "Ich habe mich heute bemüht, mich während des Spiels freizulaufen und anzubieten"; oder "Ich habe heute nur auf positive Weise mit meinen Mitspielern kommuniziert".

Bewusster trainieren

Jeder Tag in Ihrem Tagebuch sollte einen Eintrag enthalten. Wenn Sie sich einmal an diese eigentlich angenehme Routine (denn jeder Eintrag ist ein Verdienst, ein Lob, eine Errungenschaft) gewöhnt haben, werden Sie Ihren Tag und Ihr Training bewusster angehen. Das heißt, dass Sie es bewusst beabsichtigen, etwas dazuzulernen. Das Training wird dann zur Absicht, zum Vorsatz. Es ist nicht automatisch, mechanisch, etwas, was vom Trainer bestimmt wird und das Sie über sich ergehen lassen. Zwischen diesen beiden Einstellungen liegt ein gewaltiger Unterschied. Bewusstes, berechnetes Handeln, das von Ihnen ausgeht, ist weitaus effektiver als unbewusstes, unbeabsichtigtes Handeln, das man Ihnen aufzwingt.

Wenn Sie so denken, jeden Tag etwas dazuzulernen, und so handeln, Ihre Taten täglich in einem Tagebuch festzuhalten, werden Sie sich laufend verbessern. Das hat wichtige Folgen. Sie werden von Spiel zu Spiel sichtbar besser. Das heißt, Sie werden immer eingesetzt, Sie spielen immer mit. Sie können, wenn Sie wollen, zu besseren Vereinen wechseln. Sie können Ihre Karriere um Jahre verlängern. Sie können dieses einfache Verfahren - jeden Tag etwas dazuzulernen und es im Tagebuch zu dokumentieren - auch auf Ihr Leben ausweiten, es sogar Ihre Kinder lehren oder es als künftiger Trainer jungen Spielern vermitteln. So werden Sie zu einem bewusst lebenden Menschen. Und das, so sagen die Weisen, ist das Hauptziel des Lebens.

[zurück]