Wie vermittelt man technisches Wissen?

Instrumentales Wissen besteht hauptsächlich aus Fakten.  Hier geht es also über die Vermittlung von Fakten, ein wichtiges Gebiet im Fußball.  Technische Fähigkeiten, praktische und konkrete Information sind natürlich sehr gefragt. Es gibt drei Wege, um instrumentales und technisches Wissen zu vermitteln:  Vorlesungen und Demonstrationen, Lösungen von Problemen und Lernen durch Erfahrung. 

Ansprachen und Demonstrationen

Wenn Sie etwas erklären wollen, ist der Vortrag oder die Vorlesung ein gutes Mittel der Übertragung.  Spieler können Fragen stellen, und Sie können Antworten geben.  Sie können Ihren Vortrag mit Illustrationen schmücken, Sachen ausarbeiten und ausdrucksvoll erklären, persönliche Anekdoten mit einbeziehen.  Sie können sich humorvoll und begeistert zeigen.  Sie können das Tempo Ihrer Vorlesung drosseln oder erhöhen.

Demonstrationen sind bestens dafür geeignet, den Spielern eine Pose, eine Fähigkeit, ein Verfahren oder eine Aufgabe zu erklären.  Videokassetten oder Aufzeichnungen können dabei helfen.  Die Spieler sollten die Möglichkeit haben, die Demonstration zu unterbrechen, um Fragen zu stellen und um zusätzlichen Input zu bitten. 

In beiden Fällen sollten Sie authentisch sein, also keine Rolle spielen, vielmehr sich Ihrer treu bleiben, und mit Ihrer Persönlichkeit, nicht gegen sie, gehen.  Halten Sie Ihre Ansprachen kurz, stellen Sie Fragen, laden Sie zu Fragen ein, geben Sie den Spielern eine Gelegenheit, kritische Punkte kurz mit dem Nachbarn zu diskutieren.  Obwohl wir es oft Vorlesung nennen, lesen Sie bitte nichts vor.  Benutzen Sie Anschauungsmaterial, um Ihren Vortrag interessanter zu machen. Bewegen Sie Ihren Körper ein wenig, lächeln Sie ab und zu, sehen Sie die Spieler an (gucken Sie also nicht zur Decke oder aus dem Fenster, wenn Sie sprechen), legen sie kleine Pausen ein, verändern Sie den Tonfall Ihrer Stimme.  Humor und kleine Anekdoten helfen auch.

Probleme lösen

„Okay.  Wir haben im letzten Spiel drei Tore einstecken müssen.  Ich möchte, dass sich die Verteidigung jetzt für 30 Minuten zusammensetzt und einen Aktionsplan entwickelt mit dem Ziel, Gegentore in Zukunft auf ein Minimum zu halten.“

„Formt bitte Gruppen von fünf oder sechs.  Jede Gruppe an einem anderen Tisch.  Hier ist das Problem:  „Wie können wir verhindern, dass der Gegner in den letzten 15 Minuten noch das Spiel gewinnt?  Dies ist uns jetzt schon dreimal hintereinander passiert.  Ihr habt 30 Minuten.  Schreibt eure Gedanken auf eines der großen Bögen hier und seid bereit, uns eure Gedanken kurz zu erklären.“

„Wie üblich, werden wir jetzt in kleinen Gruppen das Spiel von gestern analysieren.  Die Gruppen sind die gleichen wie letzte Woche.  Die Kriterien sind auch die gleichen.  Ihr habt 30 Minuten.  Seid vorbereitet, eure Ansichten mit uns allen zu teilen.  Papier und Farbstifte liegen dort drüben auf dem Tisch.“

Hier lösen also nicht Sie Probleme, die Sie dann der Mannschaft erklären und auseinandersetzen, sondern Probleme werden als Gemeingut betrachtet, die alle angehen und die auch von allen gelöst werden müssen.  Sie, der Trainer, setzen sich mit an einen der Tische.  Besser noch, Sie partizipieren nicht, sondern machen sich Ihre eigenen Gedanken zum Thema.

Diese Art, mit den Spielern umzugehen, hat enorme Vorteile.  Der wichtigste:   sie geben damit Ihre Führungsphilosophie kund.  „Dies ist unser Problem.  Es betrifft uns alle, nicht nur mich als Trainer.“  Sie beteiligen die Spieler voll an den Problemlösungen.  Wenn Sie es geschickt handhaben, können Sie eine Konsenslösung herausarbeiten, hinter der die ganze Mannschaft steht. 

Sehen Sie den Unterschied zwischen Probleme lösen und Ansprachen halten, in denen Sie die Lösungen selbst geben?  Denn die Probleme, mit denen Sie konfrontiert werden, sind ja nicht ihre Probleme.  Sie gehören der Mannschaft.  Also sollten sie auch von den Beteiligten gelöst werden. Sie helfen dabei nur.  Sie sind der Choreograph.  Sie formen die Meinungen aller zu einer Lösung. 

Lernen durch Erfahrung

Diese Methode sollte benutzt werden, wenn die Spieler neue Tricks, Bewegungen, Techniken und Taktiken lernen.  Kurz zeigen, dann ausprobieren.  Das könnte sogar heißen, dass Sie einen Videorekorder mitten auf dem Spielplatz haben:  „So sieht es aus, jetzt probiert es mal.  Nein, nicht so, seht auf das Video.  Ja, so ist es besser, aber noch nicht perfekt.  Noch einmal bitte.  Schaut zwischendurch auf das Video.  Die, die es können, helfen den anderen.“

Wenn keine direkte Übertragung des Wissens möglich ist, ersetzen Sie das Video.  Wenn Sie am Morgen zum Beispiel eine neue Taktik besprechen und diese am Nachmittag ausführen.  Dann müssen Sie helfen.  Hier ist die Praxis der einzige Lehrmeister und Sie der Trainer.  Dann müssen Sie zum Megafon greifen und weise, hilfreich und ermutigend urteilen:  „Links in der Mitte ist eine große Lücke.  Etwas mehr ausbreiten, bitte.“

Wichtig ist bei dieser Methode, dass Sie nachher zusammen mit den Spielern darüber nachdenken, wie es gelaufen ist.  Fragen Sie die Spieler.  Nach dem Meinungsaustausch versuchen Sie zu verallgemeinern, Schlussfolgerungen zu ziehen, denen alle Spieler zustimmen.  Diese Schlussfolgerungen sollten Sie dann testen, wenn möglich, im nächsten Spiel.  Das Gelernte nimmt also erst Bedeutung an, wenn es in die Tat umgesetzt wird.

 

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