Lehren: Das Körperliche

Diese Art zu lehren und lernen bezieht sich auf körperliche Bewegungen, Körper- Koordination. Kopf-Körper Koordination und nicht-verbale Kommunikation.  Ein 4-Stufen Modell ist vorgeschlagen. 

Das Modell

Die Spieler nehmen etwas wahr.           
Die Spieler simulieren, was sie wahrnehmen.
Die Spieler praktizieren, was sie wahrgenommen und simuliert haben.
Die Spieler meistern, was sie wahrgenommen, simuliert und praktiziert haben.

Das Lernen ist  hierarchisch, von Stufe 1 bis 4.  Das Wahrnehmen, Stufe 1, geschieht durch die fünf Sinne (sehen, hören, etc.) – durch Videos, zum Beispiel – oder durch Ahnungen von Möglichkeiten.  Die Spieler probieren das Neuerworbene dann aus (Stufe 2).  Wenn sie wissen, wie es funktioniert, praktizieren sie es, physisch und mental, bis es zur Routine wird  (Stufe 3).  Die nächste und höchste Stufe, Stufe 4, besteht darin, das Neuerworbene so lange zu praktizieren, bis die Spieler es sichtbar meistern. 

Ein Beispiel

  1. Die Wahrnehmung.  Sie, der Trainer, oder die Spieler bemerken etwas, sagen wir einmal eine bestimmte Körpertäuschung, die das Spiel bereichern könnte.  Sie können das auf einem Video gesehen haben, oder einer der Mitspieler beherrscht diese Bewegung so gut, das sie Eindruck auf die anderen Spieler gemacht hat.

 

  1. Das Wahrgenommene simulieren. Die Spieler probieren die neue Bewegung dann aus, oft im Zeitlupentempo, um die Koordination der Körperteile richtig hinzubekommen.  Sie vergleichen ihre Ausführung der Körpertäuschung mit der auf dem Video oder der des Experten, bis sie es ziemlich gut können.  Sie können sogar ein Video von ihren Versuchen machen, und es mit dem Original vergleichen.
  1. Das Wahrgenommene praktizieren.  Dann praktizieren sie die neuerworbene Bewegung, auf dem Platz und im Kopf.  Jetzt wird die Bewegung in das Laufen und den Angriff mit eingebaut, bis die Spieler die Bewegung routinemäßig, auf natürliche Weise, ohne zu denken – also instinktiv – gut ausführen können. 

 

  1. Das Wahrgenommene meistern.  Die nächste und höchste Stufe ist, die Bewegung total zu meistern.  Meisterung ist erreicht, wenn die Spieler die Bewegung genau so gut ausführen können, wie das Vorbild auf dem Video.  Die  Spieler wissen auch genau, wann sie diese Bewegung anwenden sollten und bei welchen gegnerischen Spielern.  Die Spieler sind in der Lage, diese Bewegung auch variabel anzuwenden, beidseitig, zum Beispiel, oder in Kombinationen mit anderen Täuschungen.  Sie können sogar eine ganz neue, sehr persönliche Bewegung daraus machen, die Einzelwert hat und den Spieler charakterisieren. 

Implikationen

Diese einfache Lehrmethode hat große Anwendungsmöglichkeiten.  Mit ihr können sich Spieler endlos verbessern.  Sie können so auch Gelerntes umprogrammieren. Wie?  Indem sie aus Eigeninitiative, also durch ihre eigenen Gedanken ihren ausführenden Muskeln neue Befehle geben.  So wird altes Lernen mit neuem Lernen ersetzt.  Das Nervensystem des Spielers leitet die aufgenommenen Wahrnehmungen zum Gehirn weiter.  Das Gehirn gibt die Information an die Muskeln weiter, also an die Millionen von Zellen, welche unsere Muskeln ausmachen – so dass diese im Spiel angemessen reagieren können.  Das heißt, das Gelernte richtig auszuführen.  In einer tausendstel Sekunde setzen die elektrischen Spannungen, sprich, Millionen von Befehlen, Energien frei, die dann reagieren.  Wenn dieser Prozess dann zig tausend Mal geübt wird, lernen die Zellen und Muskeln bestens zu reagieren.

Lehren Sie Ihren Spielern die Methode, und sie können sich selbst verbessern.  Denn das Lernen muss im Spieler selbst stattfinden.  Sie können nicht für die Spieler lernen.  Alles muss vom Spieler kommen.  Sie können nur mit sanfter Hand leiten und motivieren. 

Das normale Training besteht aus Stufe 3, einfach zu praktizieren.  Jeder Spieler schießt zehn Strafstöße.  Einige gehen auf das Tor, die meisten gehen daneben.  Man wiederholt, was man schon wusste, aber nie gut konnte.  So findet keine Verbesserung statt.  Die alten Fehler werden wiederholt.  Die Muskeln werden weiterhin falsch informiert.  Dann ist das Training eigentlich nutzlos.  Es ist kein Wunder, dass Studien keine Verbesserungen in den Fähigkeiten der Spieler  feststellen können.

Sehen Sie bitte auch:  Eine neue Trainingsformel:  Das NAVA System.

 

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