Wie kann man besser zuhören, wenn man den Anderen nicht versteht?

Fast jeder glaubt, er sei ein guter Zuhörer. Hören ist aber etwas anderes als richtig zuhören. Wenn man hört, nimmt man nur Töne wahr. Wenn wir aber zuhören, versuchen wir den Sinn der Worte zu erfassen. Wenn man zuhört, muss man die Laute eines anderen erfassen, interpretieren und erinnern. Da der Durchschnittsmensch 125 bis 200 Worte in der Minute sprechen, aber 400 Worte verstehen kann, entsteht eine Lücke der langen Weile. So wandert die Aufmerksamkeit, mit der man jemandem zuhört, leicht ab. Da Trainer nicht unbedingt wortgewandt sind, können Sie also annehmen, dass Ihre Spieler Ihnen nicht immer zuhören, auch wenn das den Anschein hat. Wie können Sie Ihre eigene Zuhörfähigkeit steigern?

Hier sind acht Benehmensweisen, die effektives Zuhören fördern:

  1. Machen Sie Augenkontakt. Wenn Sie zur Decke gucken während Sie sprechen, fühlen sich die Spieler nicht unbedingt angesprochen. Sie aber denken dann (wenn Sie es überhaupt bemerken), dass die Spieler wenig Interesse zeigen an dem, was Sie zu sagen haben. Es ist also besser, wenn Sie die Spieler ansehen, Augenkontakt halten. So können Sie, oder der Spieler, besser beurteilen, ob das Gesagte gehört und verstanden wird.
  2. Nicken Sie ab und zu mit dem Kopf und ändern Sie Ihren Gesichtsausdruck. Diese nonverbalen Gesten, zusammen mit Augenkontakt, zeigen dem Spieler, dass Sie ihm zuhören, oder den Zuhörern, dass Sie etwas Interessantes und Wichtiges vermitteln. Studieren Sie Ihr Mienenspiel einmal im Spiegel. So sehen Sie auch, wie Sie bei Fernsehinterviews aussehen und können so Ihr Fernsehimage aufpolieren.
  3. Vermeiden Sie ablenkende Gesten und Aktionen. Wenn Sie reden und mit einem Gummiband oder Bleistift spielen oder auf die Uhr sehen, geben Sie dem Zuhörer das Gefühl, dass Sie an dem Gesagten nicht sehr interessiert sind. Oder als Zuhörer, dass Sie nicht voll aufmerksam hören und so nur einen Bruchteil des Gesagten mitbekommen.
  4. Stellen Sie Fragen. Versuchen Sie zu verstehen, was Ihre Spieler Ihnen sagen und stellen Sie Fragen, wenn etwas unklar ist. So verstehen Sie, was gesagt wird, und der Sprecher gewinnt den Eindruck, dass Sie zuhören.
  5. Umschreiben Sie das Gesagte. Wiederholen Sie, ein Spieler Ihnen sagt in Ihren eigenen Worten: "Meinst du...", "Wenn ich dich recht verstehe...". So können Sie schnell herausfinden, ob Sie auch richtig zugehört und den Sinn des Gesagten mitbekommen haben. Auch weiß der Spieler dann, dass Sie das Gesagte verstanden haben.
  6. Unterbrechen Sie den Spieler nicht. Geben Sie dem Spieler Zeit, seine Gedanken oder Gefühle voll auszudrücken bevor Sie antworten. Versuchen Sie nicht - eine Verlockung für intuitive Leute - die Gedanken des Spielers im voraus zu erahnen oder ihm Worte in den Mund zu legen.
  7. Reden Sie nicht zu lange. Es bringt mehr Spaß, selbst zu sprechen als anderen zuzuhören. Viele von uns hören nur zu, weil sie glauben, es dem Sprecher schuldig zu sein, so dass sie selbst wieder sprechen können. Halten Sie Ihre Reden daher kurz. Effektive Teams, zum Beispiel, kommunizieren meist in Worten oder Wortphrasen (oft teameigene, nicht gebräuchliche Worte), nicht in vollen, langen Sätzen.
  8. Gehen Sie reibungslos vom Sprecher zum Zuhörer über. Wenn Sie zuhören, versuchen Sie wirklich mit Empathie zuzuhören. Praktizieren Sie nicht schon ihre Antwort! Sonst ist die Verlockung, den Spieler zu unterbrechen zu groß. Außerdem kann der Spieler an Ihrem Gesichtsausdruck sehen, dass Sie nicht mehr zuhören und es nicht abwarten können, das zu sagen, was Ihnen auf der Zunge liegt.

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