Wie man gemeinsame Ziele setzt

Ziele zu setzen ist ein Problem.  Setzen Sie das Saisonziel zu hoch, kann es leicht zur Enttäuschung und Resignation führen.  Die Kehrseite sieht auch nicht besser aus.  Setzen Sie das Saisonziel zu niedrig, können Sie Ihr Ziel zwar erreichen, aber selten darüber hinausschießen, denn die Spieler werden nur noch mit halbem Elan spielen, sobald das Ziel erreicht ist.  Was sollten Sie tun?

Zielsetzungstheorie 

Die allgemeine Regel, auf Forschung aus dem Geschäfts- und Industrieleben basiert, ist, dass Ziele gesetzt werden sollten.  Sie motivieren nicht nur, sie erhöhen den Erfolg.  Schwierige genaue Ziele, wenn sie von der Mannschaft akzeptiert werden, führen zu mehr Erfolg als leichte, vage formulierte Ziele. 

Aber es ist fraglich, ob die Forschungsschlüsse aus der Industrie auch auf den Profisport anwendbar sind.  Denn in der Industrie handelt es sich oft um Einzelziele, im Sport um Teamziele.  Das sind zwei ganz verschiedene Arten von Zielen.  Einzelziele eignen sich gut für das Einzeltraining:  „Ich werde während der ganzen Saison jeden Tag 200 Mal den Kurzpass auf dem Platz und im Kopf üben“ ist ein besseres Ziel als „Ich werde für zwei Wochen täglich den Kurzpass üben.“  Das genaue Ziel ist machbar, vielleicht sogar zu niedrig, denn 200 Kurzpässe sind leicht geschlagen, in weniger als dreißig Minuten.  Aber da der Spieler Einzelziele selbst setzt, findet er schnell heraus, was realistisch ist.  Aber wie setzt man Vereinsziele?

Vereinsziele

Das erste, was in den Kopf kommt, wenn man an Vereinsziele denkt, ist, wer sie setzen sollte.  Soll der Vorstand sie setzen?  Der Aufsichtsrat?  Der Trainer?  Der Vorstand und Trainer zusammen?  Sollen die Spieler mit einbezogen werden?  Wenn ja, dann setzen sie ihr Ziel ja fast selbst.  Wäre das wünschenswert?  Der zweite Gedanke ist:  Sollten wir ein oder mehrere Ziele haben? 

Zum ersten, wie würden Sie sich fühlen, wenn andere Ihnen Ziele setzen?  Was, wenn das Ziel zu hoch ist?  Oder zu niedrig?  Oder gerade erreichbar?  Wie Sie sehen, muss man in der Zielsetzung sehr vorsichtig sein und sicher stellen, dass die richtige Mischung zwischen Herausforderung (Motivation) und Erreichbarkeit gewählt wird.  Natürlich träumen alle Spieler davon, Meister zu werden.  Aber es wäre keine gute Idee, auch wenn die Spieler es wollen, dieses Ziel zu setzen, wenn man im unteren Segment der Tabelle steht.  Aber wenn man in der letzten Saison an dritter Stelle gestanden hat, ist die Meisterschaft für die nächste Saison ein realistisches Ziel. 

Vielfache Ziele

Wie wäre es mit mehreren Zielen?  Hier ist ein Beispiel.  Der Verein landetet in der letzten Saison auf dem 12. Platz.   Ziel Nummer ... ist ...

Nicht abzusteigen.
Im Pokal unter die letzten 8 zu kommen.
Einen UEFA Cup Platz zu erreichen.
In die Championsleague zu kommen.

Nehmen Sie dazu noch an, dass diese Ziele von der Mannschaft und dem Trainer gesetzt und vom Vorstand als Vereinsziele angenommen wurden.  Wenn Sie in der unteren Hälfte der Tabelle stehen, ist das erste Ziel ein Muss, das zweite erreichbar, das dritte eine Herausforderung und das vierte ein Traum. 

Wie sähe das Gleiche aus, wenn ein Verein in der letzten Saison sechster wurde.  Ziel Nummer... ist...

Auf mindestens Platz sechs zu kommen.
Im Pokal unter die letzten 4 zu kommen.
Einen UEFA Cup Platz zu erreichen.
            In die Championsleague zu kommen.

Die ersten drei Vereine der vorherigen Saison sollten die Meisterschaft als viertes Ziel setzen.

Eine Mannschaft sollte sich auch kleinere Ziele setzen, die auf das Spiel ausgerichtet sind.  Hier ist ein Beispiel:  In den letzten 15 Minuten legen wir noch einen Zahn zu!  Gleich wie das Ergebnis, die Spieler beginnen dann die letzten 15 Minuten, als ob es ein neues Spiel wäre und als ob sie gerade aufgelaufen wären. 

Wichtig ist, dass die Spieler voll hinter den Zielen stehen.  Der Vorstand und der Trainer sollten sich diesen Zielen fügen, es sei denn, sie seien total unrealistisch.  Denn, und dies ist wichtig zu erkennen, man setzt die eigenen Ziele fast immer höher als andere es tun.  Kluge Manager und Trainer erkennen dies und halten sich aus der Diskussion der Spieler heraus.  Sie werden positiv überrascht sein.

[zurück]