Wie man mit der Mannschaft kommuniziert

Wenn Sie als Trainer nicht gut mit Ihren Spielern kommunizieren können, sind Konflikte die unvermeidliche Konsequenz. Denn als Coach kommunizieren Sie ungefähr 90% Ihrer Arbeitszeit - durch Schreiben, Lesen, Sprechen und Zuhören. Wenn Ihre Spieler auch nicht gut kommunizieren können, teilweise, weil sie die Sprache nicht beherrschen und teilweise, weil sie sich nicht gut artikulieren können, kann die Mannschaft nicht erfolgreich sein. Denn nur durch Kommunikation kann man Gedanken, Verstehen, Ideen und Information vermitteln. Ist die Kommunikation behindert, sind die Erfolgschancen gemindert.

Kommunikation ist ein großes Problem im deutschen Fußball, denn 60 bis 70% der Spieler sind Ausländer, die die deutsche Sprache nur bedingt beherrschen. Diese Spieler können sich also nie richtig verständlich machen, sie können nie genau das ausdrücken, was sie denken oder fühlen. Welch ein Handikap! Wenn Sie also vor diesen Spielern stehen und ihnen etwas erklären, werden nur wenige von den Spielern verstehen, was Sie meinen. Auch wenn sie mit dem Kopf nicken und so tun, als ob sie Sie verstanden haben. Denn wer will schon laufend zugeben, dass er nicht viel von dem, was gesagt wird, versteht? Viele Ihrer großen und guten Ideen verpuffen also im Winde, weil nur wenige Spieler Sie richtig verstehen. Wie können Sie unter diesen Umständen die Spieler motivieren, Ihnen taktische Feinheiten erklären, Gefühle ausdrücken oder Information weitergeben?

Wie?

Es hilft, wenn Sie es verstehen, sich durch Bilder, Videos, Fernsehausschnitte, Gesten, Zeichnungen oder Vormachen verständlich zu machen. Wenig reden, viel vorführen. Fünf Fotos von einem perfekt geschlagenen Pass sind effektiver als eine halbe Stunde auf jemanden einzureden, der Sie gar nicht versteht. Ein Video Clip von einem meisterlichen, Räume öffnenden langen Pass ist wirkungsvoller als eine Rede, auch für die deutschen Spieler. Sie sollten im Allgemeinen viel mit Videos arbeiten. So sparen Sie Zeit und Ihre Message kommt an. Gewöhnen Sie sich auch an, in kurzen, klaren Sätzen zu sprechen oder nur in Wortphrasen. Wichtig ist nicht, was Sie sagen und wie Sie es sagen, sondern was die Spieler hören und verstehen.

Ineffektive Kommunikation ist auch ein großes Manko bei der Teamarbeit. Wie kann man Teamgeist erzeugen, wenn die Spieler sich nicht gegenseitig verstehen und sich vielleicht noch nicht einmal mögen? Eine Aussprache ist dann nicht möglich. So kommt man sich auch als Mensch nicht näher. Das fehlende Verständnis überträgt sich außerdem auf das Spiel. Selbst gut auszusehen, ist die eigene Parole für die Spieler, wenn es kein Verständnis gibt. Es wird sehr schwer, ein enges Team zu formen, weil die Kommunikation fehlt. Und doch ist es möglich. Durch guten Willen, eine positive Einstellung und Offenheit -- durch mentale Einstellungen also - können sich Menschen näher kommen, können Sie lernen, einander zu vertrauen, sich zu mögen, auch wenn es mit der Kommunikation hapert.

Sie können auch gegen die Gewohnheit gehen, so viel Geld wie möglich für Ausländer auszugeben, und dem deutschen Nachwuchs eine Chance geben. Es gibt genug gute, junge Spieler. Setzen Sie auf die Jugend, pflegen und entwickeln Sie die Jugendabteilung, und lassen Sie die jungen Spieler spielen, z.B., wenn Ihr Team einen guten Vorsprung hat oder wenn sie hoffnungslos hinten liegen. Die Jungen sind lernfähig, sie kennen die Sprache und können es schnell lernen, sich klar und offen auszudrücken.

Körpersprache

Hiermit meinen wir Körperbewegungen, die Intonation oder Betonung die wir Worten geben, Gesichtsausdrücke und die Distanz zwischen Absender und Empfänger. Während wir also bewusst Worte wählen und aussprechen, sendet der Körper oft unbewusste Signale. Wenn die Augenbrauen hochgehen, glauben wir etwas nicht. Wenn wir die Nase reiben, wissen wir oft nicht, was vor sich geht. Wenn wir die Arme verschränken, beschützen oder isolieren wir uns. Achselzucken bedeutet Gleichgültigkeit, ein Augenzwinkern Intimität, Fingertrommeln Ungeduld, sich an den Kopf schlagen Vergesslichkeit. Die Körpersprache hilft der verbalen Kommunikation, kompliziert sie aber auch. Man muss beides bewerten, die Worte und die Körpersprache, um jemand anderen zu verstehen oder um sich verständlich zu machen.

Nicht-verbale Kommunikation ist besonders auf dem Spielfeld wichtig. Zeichensprache, Gesten, Bewegungen mit der Schulter, dem Kopf oder den Händen sind oft effektiver als verbale Anweisungen, weil sie nicht hörbar sind und dem Gegner so entgehen. Die Mannschaft kann so eine eigene, fast geheime Sprache lernen, wo gewisse Gesten für ganze Begriffe stehen, die vorher genau durchgesprochen wurden und von allen verstanden werden können.

Spieler-Spieler Kommunikation

Bisher haben wir über Ihre Kommunikation mit den Spielern gesprochen. Aber die Spieler müssen sich auch auf dem Spielfeld verstehen können. Da der benötigte Wortschatz hier begrenzt sein kann, können Sie dieses Problem schnell lösen. Fragen Sie Ihre Spieler, welche Worte während des Spiels wichtig sind. Es werden nicht viele sein. Machen Sie eine Liste von diesen Worten, auf Deutsch, und bitten Sie die ausländischen Spieler, diese Worte in die Heimatsprache zu übersetzen. So können die Spieler diese deutschen Worte innerhalb weniger Tage auswendig lernen. Sie können übrigens selbst eine Liste aufstellen von all den Worten, die Sie im täglichen Umgang und beim Training gebrauchen. Wenn die Spieler diese Liste in die eigene Sprache übersetzen, können sie die Worte schnell auswendig lernen. Hier ist ein kurzes Beispiel (deutsch-englisch):

passen - pass
hier! - here!
schießen - shoot
schnell - quick
Tor - goal
hoch - high
Dribbeln - dribble
flach - low
Freistoß - freekick
über - over
schnell - quick
unter - under
Spielen - play
Spiel - game
tut's weh? - are you okay?
Verteidiger - defender
ruhig - calm
Stürmer - attacker
Taktik - tactic
Mittelfeld - centerfield
System - system
Außenlinie - endline
gut gemacht! - well done

 

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