Effektive und uneffektive Teams: Ein direkter Vergleich

Jetzt werden wir effektive und ineffektive Teams einmal direkt gegenüberstellen. Sie können dann selber beurteilen, wo Sie und Ihre Mannschaft stehen. Ein + kennzeichnet ein effektives Team, ein - ein ineffektives Team.

Atmosphäre

+ Die Atmosphäre, die man nach wenigen Minuten spürt, ist informell, komfortabel und entspannt. Es ist eine gelockerte Arbeitsatmosphäre. Sie und die Spieler sind in der Arbeit verwickelt und an der Arbeit interessiert. Keiner langweilt sich.

- Die Atmosphäre ist entweder von Gleichgültigkeit oder langer Weile geprägt. Die Spieler flüstern sich oft etwas zu oder haben kleine Nebengespräche. Was Sie oder ihre Mitspieler zu sagen haben, interessiert sie nicht. Oder die Atmosphäre ist angespannt. Man spürt eine leichte Feindseligkeit, einen Antagonismus, eine gewisse Steifheit und eine übertriebene Formalität. Die Spieler sind nicht bei der Sache.

Diskussion

+ Es wird viel diskutiert. Fast alle Spieler partizipieren. Der Fokus der Diskussion ist auf die gegebene Aufgabe bezogen. Wenn der Fokus wandert, bringt jemand ihn zurück zur Aufgabe.

- Einige Spieler dominieren die Diskussion. Meist sind ihre Kommentare nicht aufgabenbezogen. Keiner macht Anstrengungen, die Gruppe wieder aufs Gleis zu bringen.

Aufgaben

+ Die Aufgabe oder das Ziel der Mannschaft ist jedem Spieler bekannt und wird voll akzeptiert. Sie haben die Sache lange und frei diskutiert und so formuliert, dass jeder Spieler die Aufgabe oder das Ziel annehmen kann.

- Wenn man zuhört, wie die Spieler reden, ist es schwer zu verstehen, was die momentane Aufgabe oder das Ziel der Gruppe ist. Sie, der Trainer, haben die Aufgabe oder das Ziel zwar am Anfang erwähnt, aber es gibt keine Anzeige, dass die Spieler es gehört oder akzeptiert haben. Im Gegenteil, es scheint, als ob verschiedene Spieler verschiedene, persönliche und private Ziele haben, die oft miteinander oder mit dem Gruppenziel in Konflikt stehen.m

Zuhören

+ Die Spieler hören einander zu. Die Diskussion bleibt bei der Sache, man hüpft auch nicht von einer Idee zur anderen. Jeder Idee wird zugehört. Die Spieler kommen sich nicht lächerlich vor, wenn sie kreative, extreme Gedanken vortragen.

- Die Spieler hören sich gegenseitig nicht zu. Ideen werden ignoriert, oder man setzt sich über sie hinweg. Die Diskussion springt von einem Punkt zum anderen, ohne Zusammenhang und ohne voran zu kommen. Die meisten reden, um Eindruck zu machen. Die eigentliche Aufgabe wird ignoriert oder erhält wenig Aufmerksamkeit.

Meinungsverschiedenheiten

+ Es gibt Meinungsverschiedenheiten. Das ist die Norm und macht den Spielern nichts aus. Sie weichen Schwierigkeiten nicht aus, sie wollen nicht alles leicht und bequem haben. Wenn Spieler anderer Meinung sind, wird diese nicht unterdrückt. Man setzt sich auch nicht über sie hinweg. Die Gründe werden sorgfältig analysiert, und die Gruppe sucht einen gemeinsamen Entschluss. Wenn ein Spieler nicht übereinstimmt, tut er es nicht, um Widerstand hervorzurufen oder die Gruppe zu dominieren. Auch ist er nicht feindlich eingestellt. Meinungsunterschiede sind echt und werden diskutiert. Man erwartet, dass sie gehört werden, damit ein Entschluss gefasst werden kann. Es kommt aber vor, dass man die Handlung verzögert, um die Sache genauer zu studieren. Oder man beschließt, auf die Sache zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zurückzukommen.

- Die Gruppe weiß nicht richtig, was sie mit verschiedenen Meinungen anfangen soll. Sie, der Trainer, können diese Meinungen zwar unterdrücken, wenn Sie Angst vor Konflikten haben, da Sie wissen, dass Meinungsverschiedenheiten oft zu offenen Feindseligkeiten führen können. Die Folge ist dann aber meist, dass eine Gruppe die andere unterdrückt oder sich ihr feindlich gegenüber stellt. Oder der Meinungsunterschied wird durch eine "demokratische" Wahl gelöst. Die Mehrheit siegt, die Minderheit ist frustriert. Mitunter ist eine kleine Minderheit so aggressiv, dass die Mehrheit nachgibt, nur um den Frieden zu erhalten und die Aufgabe zu Ende zu bringen. So setzen die aggressiven Spieler ihren Willen durch. Weniger aggressive Spieler sagen entweder nichts oder sie geben den Kampf nach kurzen, wirkungslosen Versuchen auch gehört zu werden auf.

Konzens

+ Die meisten Entscheidungen werden durch Konsens erreicht. Konsens heißt, dass alle in etwa übereinstimmen und willig sind, die Entscheidung der Mehrheit zu akzeptieren und auszuführen. Es kommt selten vor, dass Spieler öffentlich mit einer Entscheidung übereinstimmen, aber trotzdem persönlich dagegen sind, nur damit es nach wirklichem Konsens aussieht. Man zählt keine Stimmen, denn man betrachtet eine einfache Mehrheit eben nicht als angemessene Aktionsbasis.

- Entschlüsse werden oft vorzeitig gefasst, bevor die strittigen Punkte untersucht und gelöst werden können. Nach dem Treffen wird viel gemunkelt, hauptsächlich von Spielern, die nicht mit der Entscheidung übereinstimmen, aber nicht den Mut hatten, dagegen auszusagen. Eine einfache Mehrheit wird als genügend befunden, um zu handeln. Es wird erwartet, dass die Minderheit sich der Mehrheit ergibt. Die Minorität bleibt aber meist ablehnend, ist an der Entscheidung nicht sehr interessiert und führt sie nur mit halbem Herzen aus.

Kritik

+ Die Spieler kritisieren einander häufig und offen. Sie attackieren einen Mitspieler aber nicht persönlich. Die Kritik ist konstruktiv. Sie bezieht sich meist auf die Hürden, welche die Gruppe von der Arbeit abhält.

- Die Spieler fühlen sich durch die Kritik verletzt. Oft enthält die Kritik persönliche Feindseligkeiten. Die Spieler kommen damit nicht zurecht. Die Kritik von Ideen ist destruktiv. Mitunter werden alle Ideen "zerschossen". Dann wagt sich keiner, neue Ideen vorzutragen.

Gefühle

+ Die Spieler lassen ihren Gefühlen über Probleme und Aufgaben freien Lauf. Es gibt wenige versteckte Agenda Punkte. Jeder weiß, wie der andere über Sachen und Ereignisse fühlt.

- Man zeigt seine Gefühle nicht. Die Ansicht der Mannschaft ist, dass Gefühle in einer Diskussion unpassend sind und zu explosiv sein können. So bleiben die Gefühle der Spieler unausgedrückt.

Aktion

+ Wenn man handelt, weiß jeder Spieler genau, was er zu tun hat. Er akzeptiert das auch und fühlt sich für die Ausführung der Aktion voll verantwortlich.

- Handlungsaktionen sind nicht klar: keiner weiß genau, was er selbst zu machen hat und was seine Mitspieler machen. Wenn die Verantwortung für die Aktionen aufgeteilt wird, bestehen Zweifel, ob die Spieler auch verantwortlich handeln werden.

Führungsrolle

+ Wenn man als Außenstehender zuschaut, sieht man, dass die Führung laufend wechselt, wie es die Umstände erfordern. Sie, der Trainer, sind einer von vielen, der führt, wenn er etwas Wichtiges zu sagen hat.

- Der Trainer ist der Führer. Ob schwach oder stark, er sitzt immer am Kopfende des Tisches. Er sagt den Spielern, was sie zu tun haben.

Qualitätskontrolle

+ Die Mannschaft ist sich ihrer Arbeit bewusst. Sie unterbrechen ihr Training mitunter, um zu prüfen, ob es gut läuft und fragen sich, ob etwas verbessert werden könnte. Ist das der Fall, werden Dinge öffentlich diskutiert, bis eine gute Lösung oder eine Verbesserung gefunden ist.

- Trainer und Mannschaft halten nicht viel von Qualitätskontrollen. Nach dem Spiel oder Training wird zwar laut diskutiert, was falsch lief, aber die Einsichten werden selten in die Tat umgesetzt.

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