Verteidigung: Fallen stellen

Wie verteidigt man im Powerfußball?  Indem man in Igelform einen Zickzack Bogen, 30 Meter vor dem eigenen Tor aufstellt.  Sobald ein eigener Angriff gescheitert ist, ziehen sich die Spieler in Harmonikaform zurück, um die Igelform einzunehmen.  Dabei geht jeder Spieler direkt zurück:  also, steht er links vor, geht er nach links hinten zurück.  So erreicht er sein Ziel schnell und leicht.

Ziel der Verteidigung ist, Tore zu verhindern und den Ball zurückzuerobern.  Tore verhindert man, indem man verhindert, dass der gegnerische Spieler zum Torschuss kommt.  Den Ball erobert man zurück, indem jeder Spieler versucht, dem Gegner den Ball wegzuspitzeln oder den Ball abzufangen, wenn er vom Gegner hin und her geschoben wird.  Das tut man am besten, indem man Fallen stellt.

Fallen stellen

Das Konzept, dem Gegner in der Abwehr Fallen zu stellen, ist eng verbunden mit dem Konzept, den Gegner beim Angriff zu täuschen.  Zwei Seiten einer Münze.  Hier sind ein paar Beispiele:

  • Erscheine unorganisiert, tue, als ob Du nicht richtig weißt, wen Du zu decken hast.
  • Erscheine fahrig, so dass der Gegner Dich unterschätzt.
  • Ziehe Dich von Deinem direkten Gegner zurück und sehe wo anders hin; behalten den Mann mit dem Ball jedoch im Augenwinkel; biete ihm Deinen Gegenspieler förmlich an.  Dann stoß blitzschnell vor und fange den Pass ab.
  • Bewege Dich langsam, dann rechnet der Mann mit Ball nicht damit, dass Du fähig bist, seinen Pass abzufangen.
  • Bewege und benehme Dich immer so, dass der Gegner Dich unterschätzt und unvorsichtig wird.
  • Verwirre und verunsichere den Mann am Ball, laufend; alle Verteidiger benehmen sich so, als ob die Verteidigung ein Hühnerhaufen wäre, der total durcheinander ist.
  • Zeige dem Mann am Ball scheinbare Lücken auf.
  • Drossel das Tempo, scheine Dich wie im Zeitlupentempo zu bewegen.
  • Zeige Dich ängstlich, damit der Gegner übermütig wird.
  • Greife den Gegner immer nur dann an, wenn er es nicht erwartet.
  • Verhindere, dass sich der Gegner gut organisiert.
  • Bewege Dich immer so, dass der Gegner überrascht ist.

Andere Täuschungsmanöver und Fallen sollte die Mannschaft in einem Seminar ausklügeln.

Wohin solltest Du den Ball spitzeln?  Ihn einfach wegzuspitzeln hilft wenig, wenn er wieder beim Gegner landet.  Du spitzelst den Ball in den offenen Raum und zwar so, dass eigene Spieler, die wissen, wie Du denkst (denn sie denken genau so wie Du), den Ball erreichen können.  Spitzeln ist eine Hin und Her Bewegung.  Verfehlst Du den Ball, geht’s Du sofort in die vorherige Abwehrposition zurück.

Zwei Mann am Mann

Bei der Abwehr sollten immer zwei Spieler den ballführenden Angreifer decken.  Decken heißt, vor dem Angreifer hin und her zu tänzeln, entweder nebeneinander oder hintereinander, je nach Gegebenheit, und ihn zum Abspiel, nie aber zum Torschuss, zu zwingen.  Die beiden Verteidiger wechseln laufend, je nach dem, wo sie in der Igelabwehr positioniert sind.  Wann wer wen deckt, ist schwer zu beschreiben, kann aber schnell erlernt werden. 

Die Prinzipien bei der Abwehr lauten: 

  • Immer zwei Deckungsspieler am Ball. 
  • Den Gegner nicht angreifen, ihn zum fehlerhaften Abspiel zu verleiten.
  • Zwei Meter vor ihm tänzeln. 
  • Ihn nie zum Torschuss kommen zu lassen.
  • Den Ball in den freien Raum wegzuspitzeln, so dass der eigene Spieler ihn erreichen kann.

Soll der Gegner den Ball vor der eigenen Abwehrkette uneffektiv hin und her spielen.  Irgendwann macht er einen Fehler.  Der Druck liegt auf den Angreifern.  Die eigene Abwehr kann sich ein wenig ausruhen.

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