Menschentypen - Eine Einführung

Die Typentheorie ist alt. Sie wurde 1921 von C. G. Jung, einem Schweizer Psychiater erfunden. Seine Theorie ist in Europa wenig verbreitet. Sie blüht aber in Amerika. Ein hoher Prozentsatz der Fortune 1000 Firmen (die 1000 größten Firmen in der Welt) benutzen Jungs Typentheorie (durch den PET Test, Personal Empowerment through Type und den MBTI, Myers Briggs Type Indikator), um das richtige Personal einzustellen, zu platzieren, zu fördern und zu befördern. Über 4 Millionen Tests werden jährlich verkauft und es werden Tausende von Seminaren und Workshops gegeben.

Jungs Typentheorie ist bestens für den Fußball – Management, Trainer und Spieler – geeignet. Wer sie nutzt, hat einen Vorteil, wohl einen großen Vorteil, denn diese Theorie (eine Theorie stammt ja oft aus der Praxis; es gibt also nichts Praktischeres als eine Theorie) hat tausendfach bewährte Power. Was folgt, ist eine kurze Erklärung.

Psychologische Typologie

Charakter ist die festgesetzte individuelle Form eines Menschen. Diese Form ist zusammengesetzt aus Körper und Mind (Seele, Geist). Körper und Mind sind eine Einheit; sie sind nicht unterschiedlich. Nur wir Menschen können diese Einheit nicht richtig verstehen. Daher die unterschiedliche Terminologie.

Seit frühen Zeiten haben Menschen versucht, ihre Mitmenschen zu klassifizieren, etwas Gemeinsames zu finden, da wir doch im Grunde alle so verschieden sind. Jeder Mensch ist etwas Besonderes und so wie keine Schneeflocke der anderen gleicht, sind auch wir alle grundverschieden, jeder auf seine Art. Jung hat versucht, etwas Gemeinsames in dieser Verschiedenheit zu finden. Was folgt, ist seine Typologie, natürlich arg kondensiert.

Zwei allgemeine Einstellungen

Jeder Mensch ist nach außen und innen orientiert, wenn auch in verschiedenem Maße. Extravertierte Menschen orientieren sich direkt an dem, was vor sich geht in der Welt. Diese Welt ist für sie interessant und anziehend. Introvertierte Menschen orientieren sich nach ihrem Inneren. Was in der Welt vor sich geht, personifizieren sie. Zum Beispiel, extravertierte Menschen sagen: „Guck, es regnet!“ Eine objektive Feststellung. Introvertierte Menschen sagen: „Es regnet schon wieder. Der Regen deprimiert mich.“ Eine persönliche Feststellung. Einige Leute sind sehr extravertiert, andere sehr introvertiert. Die meisten (erwachsenen) Menschen haben zwar ein wenig von beiden Einstellungen, bevorzugen aber doch die eine vor der anderen.

Zwei urteilende Funktionen

Denken und Fühlen sind die beiden urteilenden Funktionen der Menschen. Beide machen von der Vernunft bewusst Gebrauch, um zu urteilen. Sie treffen dadurch unter den Lebensmöglichkeiten eine bestimmte Auswahl und nehmen nur das Vernunftgemäße an.

Denktypen

Extravertierte Denktypen urteilen durch Reflektion, Logik und Verstand. Sie überlegen mit ihrem Intellekt. Sie können gut Probleme lösen, planen und organisieren gern. Sie sind Sachen-orientiert und interessiert an dem, was in der Welt vor sich geht. Sie sind...
- analytisch
- logisch
- argumentativ
- kritisch
- objektiv
- verständnisvoll
- entschlossen
- prinzipientreu
- gerecht
- idealistisch
- produktiv
- organisiert
- intellektuell
- ehrlich
- positiv

Introvertierte Denktypen sind auch logisch und analytisch wie die extravertierten Denktypen, nur ist es ein innerer Prozess. Sie gehen nach ihren eigenen Ideen und Konzepten. Diese Ideen werden oft nur vom Äußeren stimuliert. Sie brauchen viel Denkzeit. Sie sind...
- analytisch
- fragend
- eigensinnig
- besinnlich
- reflektierend
- abstrakt
- kritisch
- wahrheitstreu
- ideenreich
- entscheidend
- theoretisch
- verlässlich
- logisch
- ehrlich
- rechtschaffen
Gefühlstypen

Extravertierte Gefühlstypen urteilen durch Bewertung. Sie wissen sofort, ob etwas akzeptabel, angenehm, gut oder nicht ist. Sie brauchen nicht darüber nachzudenken und nach Gründen zu suchen. Sie brauchen Harmonie. Sie lieben die Menschen und kommen mit jedem gut aus. Sie sind...
- entgegenkommend
- gesellschaftlich
- zugeständnisbereit
- anpassungsfähig
- freundlich
- herzlich
- sorgevoll
- harmonisch
- traditionsbewahrend
- charmant
- liebevoll
- gut
- kooperativ
- sympathisch
- warm

Introvertierte Gefühlstypen sind anders. Sie haben tiefe Gefühle, die sie oft nicht ausdrücken können. Diese kommen zustande, indem sie äußere Vorgänge verinnerlichen und auf ihre eigene Weise interpretieren. Sie sind...
- rücksichtsvoll
- mysteriös
- freundlich
- tief
- leidenschaftlich
- gefällig
- intensiv
- angenehm
- angespannt
- liebenswert
- privat
- mitfühlend
- nett
- sympathisch
- still

Zwei wahrnehmende Funktionen

Die urteilenden Funktionen brauchen „Nahrung“, Stoff, um denken und fühlen zu können. Diese Nahrung kommt von der Wahrnehmung. Sie richtet sich auf das Vorkommende, auf die Erfahrung, auf das, was geschieht und was geschehen könnte.

Sinnestypen

Extravertierte Sinnestypen orientieren sich in der Welt durch ihre fünf Sinne: sehen, hören, riechen, schmecken und berühren. Wir alle haben diese Funktion, aber in einigen von uns ist sie mehr ausgeprägt als in anderen. Sie richtet sich nach dem, was in der äußeren Welt vorgeht. Sinnestypen sind...
- aktiv
- modisch
- anpassungsfähig
- abenteuerlich
- spaß-liebend
- fest umrissen
- konkret
- praktisch
- ordnungsliebend
- sachlich
- realistisch
- momentan
- genießerisch
- sinnlich
- faktisch
Die Wahrnehmung von introvertierten Sinnestypen ist anders. Sie sehen alles sehr persönlich an. Sie ändern daher, was sie wahrnehmen. Sie interpretieren es. Der Stuhl in der Ecke ist nicht nur ein Stuhl, sondern der Stuhl, auf dem die Mutter immer saß. Sie sind...
- ruhig
- aufmerksam
- selbstbeherrscht
- gewohnheitsliebend
- ordentlich
- gehörig
- sorgfältig
- empfänglich
- anspruchslos
- genau
- empfindlich
- zurückhaltend
- bescheiden
- wohlmeinend
- anständig
Intuitive Typen

Extravertierte intuitive Typen haben eine ganz andere Wahrnehmung als Sinnestypen. Sie sehen nicht, was vor ihrer Nase ist, sondern was es sein könnte, wenn man es verbessern würde. Ihre Intuition ist unbewusst, orientiert auf Menschen und Dinge. Sie sind...
- abenteuerlich
- vorstellungsvermögend
- risikobereit
- charismatisch
- frei
- inspirierend
- schillernd
- zukunftsorientiert
- schöpferisch
- kreativ
- innovativ
- erfinderisch
- enthusiastisch
- reformierend
- genial
Introvertierte intuitive Typen sind von allen Typen am schwersten zu verstehen. Sie suchen und folgen inneren Bildern und Träumen, die in ihnen aufsteigen, bis sie verblassen. Sie sind...
- träumerisch
- originell
- imaginär
- erwartend
- prophetisch
- utopisch
- rätselhaft
- übersinnlich
- weitblickend
- einfallsreich
- visionär
- prophetisch
- mystisch
- phantasievoll
- voraussagend
(Sehen Sie bitte auch Typentheorie - 20 Beispiele)

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