Huschen, nicht laufen

 

Wie können Sie ohne große Anstrengung hart zur Sache gehen? Wie können Sie ohne Anstrengung schnell laufen, fast schweben?  Wie können Sie ohne große Anstrengung gut schießen? Nicht indem Sie etwas tun, was nicht natürlich ist. Sondern indem Sie mit dem Fluss der Dinge gehen, den am wenigsten anstrengenden Weg suchen, Härte mit Geschicklichkeit entgegengehen, und Starrheit mit Flexibilität begegnen.

Der Pfad des geringsten Widerstandes

„Kämpfen!“, sagt der Trainer, „Ihr müsst härter rangehen“.  Im Gegensatz zu dem, was man hört, liest und daher glaubt, ist dies kein guter Rat.  Es ist besser, Sie lernen, einen hart angreifenden Gegenspieler mit einer leichten, seitlichen Körperbewegung aus der Bahn zu werfen. Oder Sie entziehen sich ihm. Aber Sie stellen sich ihm nicht entgegen. Das ist unnötig und sinnlos. Je härter die Attacke, desto weniger Anstrengung brauchen Sie.  Es muss nur gekonnt sein. Also gelernt werden. Dazu brauchen Sie Flexibilität, einen biegsamen Körper und gutes Timing. 

Folgen Sie immer, im Leben und beim Spiel, immer! dem Pfad der geringsten Anstrengung, des geringsten  Widerstandes. Dann können Sie sieben Spiele in der Woche leicht wegstecken. Dann vergeuden Sie keine Energien.  Wenn Sie dazu noch richtig atmen – denn der größte Teil der menschlichen Energie kommt ja von der Einnahme von Sauerstoff – und lernen, sich während des Spiels zu entspannen (nicht total zu entspannen, aber lernen, die Glieder und Muskeln zu entspannen, die im Moment nicht gefragt sind), so dass Sie wenig Energie verbrauchen, sind Ihre Zellen eigentlich immer, wenn auch nicht voll, so doch mit einem guten Schuss Energie geladen.

Versuchen Sie auch zu laufen ohne sich zu verausgaben. Entspannen Sie sich, und benutzen Sie nur die Muskeln, die Sie brauchen, um schnell von A nach B zu kommen. Das sieht dann nicht nach „richtigem“ Laufen aus, mehr nach schweben, gleiten oder huschen. Der Oberkörper bleibt entspannt. Sie scheinen zu tanzen, leicht, beweglich, ohne Anstrengung. Erinnern Sie sich noch an Mohammed Alis Boxstil?  Er war immer voll entspannt, während des ganzen Kampfes, und schoss aus der Entspannung ab und zu die Rechte oder linke Grade ab. Ali hätte auch zwanzig Runden absolvieren können. So sollte es bei Ihnen auch sein: Sie sollten zwei Spiele hintereinander spielen können..  

Ähnlich ist es mit dem Schuss. Sie schießen ja mit dem Fuß. Der Fuß wird vom Bein bewegt. Der Rest des Körpers ist kaum gefragt. Versuchen Sie es einmal. Passen Sie den Ball zu Ihrem Mitspieler, bewegen Sie dabei nur die Glieder und spannen Sie nur die Muskeln an, die für den Schuss oder Pass gebraucht werden. Gepaart mit guter Technik, also den Ball mit der Innenseite oder dem Innenriss zu schießen, verbrauchen Sie so wenig Energie. Wenn Sie den Pass dazu noch tausendmal mental geübt haben, kommt er obendrein auch noch bestens bei Ihrem Mitspieler an, nämlich so in seinen Lauf, dass er entweder selbst aufs Tor schießen kann oder den Ball optimal weitergeben kann.

Strengen Sie sich an, sich nicht anzustrengen

Es ist weder natürlich noch logisch, Energien zu verschwenden, wenn Sie das gleiche Resultat mit weniger Energien erreichen können. Also lernen Sie, sich nicht zu verausgaben. Das können Sie ganz allein üben. Wenn Ihre Mitspieler das auch machen, sich auch nicht übermäßig anstrengen, wird Ihre Mannschaft sich auf dem Spielfeld anders benehmen als gewohnt. Die Zuschauer werden angenehm überrascht sein, denn Sie spielen die ganze Spielzeit hindurch optimal, ohne sich viel anzustrengen, ja sogar ohne sich viel zu bewegen, es sei denn, in Spurten von Energie, z.B., wenn Sie aufs Tor knallen.  Sie können dann sogar in den letzten fünfzehn Minuten, wenn der Gegner müde wird, noch einen Gang zulegen, gleich wie das Ergebnis bis dahin ist.

Das Prinzip der mühelosen Anstrengung kann noch erweitert werden. Wenn Sie zum Beispiel sich nicht 100%, sondern nur 90% anstrengen, können Sie schneller laufen, besser schießen und bessere Resultate erzielen.  Warum? Wenn Sie 100% geben, sind Sie angespannt, ängstlich und ohne weitere Optionen.  Eine zu große Anstrengung blockiert die Energie und vermindert die Power. Wenn Sie nur 90% geben, sind Sie entspannter, können schneller laufen und können bessere Leistung bringen. Und Sie haben dann noch etwas zuzugeben. 

Wenn Sie beim Lauftraining einen Berg hinauflaufen müssen oder wollen, versuchen Sie den Berg hinaufzugleiten und nicht hinaufzustampfen. Wenn Sie mit Gewichten trainieren, entspannen Sie die Armmuskeln, geben Sie den Muskeln nur eine gewisse Festigkeit, wenn Sie die Gewichte anheben. Sie werden merken, dass Sie sich so stärker fühlen. So ist es mit allen physischen Aktivitäten: Sie werden sich verbessern, wenn Sie sich weniger anstrengen.  Sie glauben das nicht?  Machen Sie Liegestütze. Entspannen Sie die Arme,Ihr Gesicht und machen Sie zwei Übungen. Spannen Sie jetzt die Arme an und machen Sie nochmals zwei Liegestütze.  Fühlen Sie den Unterschied?

Lernen Sie Ihren Energiefluss kennen

Wenn Sie sich mit Ihren Energieflüssen und  Rhythmen bekannt machen und sehen, dass Gewalt und Zwang das Gegenteil bewirken von dem was Sie sich erhoffen, werden Sie diese Idee der geringen Anstrengung (the path of least resistance) auf Ihr ganzes Leben anwenden. Oft ist Ihre innere Aufruhr, Ihre Anstrengungen und Ihr Weh das Resultat von Versuchen, etwas zu erzwingen, was nicht erzwungen werden kann. So frustrieren und deprimieren Sie sich selbst.  Lernen Sie „to go with the flow“, überkommt Sie ein Gefühl des Friedens und der Ruhe.

Wenn Sie sich z.B. zwingen, ein Projekt zu Ende zu bringen, erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, sich festzufahren.  Autoren kennen dies Gefühl, wenn Sie Druck auf sich ausüben, kreativ zu sein oder einen Artikel zu beenden. Wenn Sie blockiert sind, lassen Sie ab, versuchen Sie es nicht so heftig oder häufig. Sagen Sie zu sich selbst: Ich will Spaß am Fußball haben. Denken Sie nicht an das Ergebnis. Fragen Sie sich: Wie kann ich müheloser spielen? Und folgen Sie Ihrem inneren Rat. Seien Sie lässig, ohne nachlässig zu sein. Strengen Sie sich an, ohne sich richtig anzustrengen. 

Bemerken Sie, wie friedlich Sie werden, wenn die Spannung steigt, Sie sich aber entspannen; wenn Sie ein Verhältnis zu jemandem haben, den Prozess aber nicht forcieren; wenn Sie verletzt sind, aber nicht auf Wunder hoffen. Martial Arts Enthusiasten haben es seit Jahrhunderten verstanden, mit geringster Anstrengung höchste Fertigkeit zu erreichen. Ist der Fußball nicht eine Form von Martial Arts?  Sollten wir nicht von alten Weisheiten profitieren?

Visualisation

Entspannen Sie sich.  Schließen Sie die Augen.

  • Wählen Sie eine Aufgabe, die normalerweise eine große Anstrengung erfordert.
  • Sehen Sie mit Ihrem inneren Auge, wie Sie diese Aufgabe ohne große Anstrengung bewältigen.
  • Fühlen Sie, wie leicht alles geht (denken Sie nicht, wie schwierig alles ist).
  • Strengen Sie sich wenig an, erledigen Sie die Aufgabe mit Leichtigkeit
  • Fühlen Sie sich entspannt, aber dennoch effizient, geschmeidig und stark.
  • Bemerken Sie, wie leicht es zu gehen scheint, obwohl Ihre Leistung sich gesteigert hat.
  • Fühlen Sie, wie sie Aufgaben leicht und hervorragend bewältigen.

Richtig Atmen

Tief zu atmen entspannt nicht nur, es steigt auch die Leistung, indem es dem Blut, dem Gehirn, den Nerven und den Muskeln Sauerstoff zuführt. Tiefes Atmen, durch den Bauch (genauer gesagt durch das Zwerchfell), entnervt und entspannt. Man füllt die Lungen von unten, und drückt die Luft nach oben in die Lungenspitzen. Beim Ausatmen wird Kohlendioxid aus der Lunge gepresst. So wird die ganze Lunge mit Sauerstoff versorgt.  Das gibt dem Körper Energie, macht ihn tatkräftig und aktiv.

Methode

  • Entspannen Sie sich.  Atmen Sie langsam (3 bis 5 Sekunden) durch die Nase ein.  Drücken Sie den Unterleib beim Einatmen erst nach untern und dann nach oben.  Spüren Sie, wie sich Ihre Lunge bis in die Spitzen füllt. 
  • Halten Sie den Atem für 3 bis 5 Sekunden.  Fühlen Sie, wie die frische Luft sich über Ihren ganzen Körper verteilt.
  • Atmen Sie langsam aus, wieder für 3 bis 5 Sekunden.  Bemerken Sie, wie die Luft als Kohlendioxyd aus Nase und Mund ausströmt.
  • Halten Sie Ihren Atem für 3 bis 5 Sekunden an und spüren Sie, wie leer Ihre Lungen sind.

Wenn Sie Zeit haben, auch auf dem Spielfeld, wiederholen Sie den Vorgang im 5-5-5-5 Rhythmus mehrere Male.  Wenn Sie wenig Zeit haben, reduzieren Sie den Vorgang zum 3-3-3-3 Rhythmus, und das nur einige Male. 

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  • Wenn Sie tief atmen für eine Weile üben, können Sie es leicht beim Spiel anwenden. Nach einem langen Lauf, wenn Sie außer Atem sind, atmen Sie im 3-3-3-3 Rhythmus drei oder viermal richtig tief durch.  Ihr Atem wird sich sofort beruhigen, denn Ihre Lungen bekommen, was sie brauchen: Sauerstoff. Sie werden sofort wieder ruhig und entspannt.
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  • Wenn man richtig atmet kann man länger laufen ohne müde zu werden. Wenn man falsch atmet, kann man in noch so guter körperlicher Kondition sein – man kommt trotzdem schnell außer Atem, wird leicht müde und spielt so nicht gut. Noch schlimmer, wenn man falsch atmet, kann man sich schlecht konzentrieren und macht Fehler. Probieren Sie es einmal. Wenn Sie lernen tief zu atmen haben Sie einen Vorteil. 

Still sein

Zu dem Geräusch der Zuschauer brauchen Sie einen Gegenpol: die Stille. Geräusch und Stille sind wie fließende und stille Gewässer.  Im fließenden Wasser können Sie sich selbst nicht sehen, aber im stillen Gewässer sehen Sie sich selbst klar und deutlich. Um sich im hektischen Profisport zu finden und zu verstehen, was in Ihnen vorgeht, brauchen Sie gelegentlich eine innere Stille, so dass Sie den natürlichen und zyklischen Rhythmus Ihrer Reise – wie sich Ihr Leben entfaltet und ändert – besser erkennen und über ihn nachdenken können. Diese Stille ermöglicht einen offenen, empfänglichen, klaren und ruhigen Geisteszustand. 

Um still zu werden, brauchen Sie aber nicht wie ein Yogi in einer Lotusposition zu sitzen. Ein gemächlicher, langsamer Spaziergang in einer friedlichen Umgebung, wo Sie niemand stört, reicht. Vielleicht brauchen Sie den Wald, die Wiese, oder die Berge, den Fluss, oder das Meer. Die leichte Bewegung des Gehens wird Sie entspannen und Ihr Inneres (Z.B., Auge, Wahrnehmung) öffnen. Aerobische Übungen sind auch dazu angetan, diese innere Stille hervorzurufen. Wie? Wenn während der Übung Endorphine freigelassen werden, helfen diese das Bewusstsein leicht zu verschieben, so dass Sie für meditative Gedanken und Wohlseinsgefühle empfänglich sind. Laufen, Schwimmen, Radfahren, Schlittschuhlaufen und Nordisches Skilaufen sind andere Medien, in denen Sie sich finden können. Sie alle helfen uns, unser Bedürfnis nach Ruhe und Stille zu befriedigen, so dass wir über den Sinn und Lauf des Lebens nachdenken können.

Anleitung

Atmen Sie tief durch. Visualisieren Sie die physische Übung, die Sie ausführen wollen, so dass Sie diese gut und leicht durchführen können. Konzentrieren Sie sich auf den Moment. Gehen Sie in der Übung auf. Werden Sie innerlich ganz ruhig. Denken Sie über Ihr Training und Ihre Leistungen nach. Achten Sie darauf, was Sie dabei von sich lernen. Läuft alles gut? Oder sind Sie unglücklich? Können Sie die Ursachen Ihres Unglücklichkeitseins sehen?  Sind sie privater Natur oder haben sie mit dem Fußball zu tun? Wie können Sie die Ursachen beheben? Erstellen Sie einen einfachen Plan.

Diese stille Meditation, während Sie sich bewegen, wird Sie innerlich fit machen und halten. Auch wenn zuerst nichts kommt, geben Sie nicht auf. Stellen Sie sich Fragen: Was macht mich glücklich? Wie geht das Training, das Spiel?  Wo liegen meine Schwächen, meine Stärken?  Worauf soll ich mich konzentrieren?  Wie geht es mir gefühlsmäßig?  Physisch? Geistig? Warum?

Im harten Fußballgeschäft brauchen Sie regelmäßig Zuflucht zu Ihrem Selbst. Sie müssen anhalten, sehen und hören, um herauszufinden was vor sich geht, so dass das Leben nicht davon läuft. Sie wollen ja auch als Mensch wachsen, nicht nur als Spieler. Suchen Sie Zugang zu Ihrem Inneren.

Die Körperhaltung ändern

Was hält Ihr Gegenspieler von Ihnen? Benutzen Sie Ihre Körperhaltung um ihn und sich selbst zu beeinflussen. Es ist eigentlich eine ganz einfache Sache, denn Ihre Körperhaltung hat eine direkte Verbindung zu Ihrem Gehirn, indem es Signale kommuniziert, die Ihre Mind (Psyche, Geist) stimulieren. Wie Sie stehen und wie Sie sich präsentieren, kann auch Ihr Selbstvertrauen und wie andere Sie sehen sofort verändern.

Nehmen wir ein Beispiel.  Peter ist ein ruhiger easy-going Verteidiger.  Aber wenn er Fußball spielt, wird er intensiv und ändert seine Körperhaltung. Ob kalt oder warm, Sonne oder Regen, auch wenn er total erschöpft ist, sein Gesichtsausdruck und seine angenommene Körperhaltung schwanken nicht. Seine Botschaft an den Gegner ist:  „Ich bin härter als du. An mir kommst du nicht vorbei.“  Sein kahlgeschorener Kopf und sein starrer Blick (wohl von den Boxern abgeguckt), direkt auf den Gegenspieler gerichtet, tun ihr Übriges. 

Botschaft an die Psyche

Ihre eigene Körperhaltung und Ihr Aussehen kommunizieren eine Botschaft an Ihre Psyche.  An der Universität von Kalifornien studierten Forscher Menschen, die leicht deprimiert waren. Sie alle nahmen eine besondere Körperhaltung ein. Sie hielten Ihre Köpfe gesenkt. Die Schultern waren eingezogen. Sie atmeten kaum. Ihr Gesichtsausdruck war leicht verstellt, und sie sahen bekümmert und enttäuscht aus. Auf der anderen Seite, Leute die glücklich waren, liefen erhobenen Hauptes umher. Ihre Schultern waren zurückgezogen. Sie blickten freundlich um sich. Sie atmeten tief und rhythmisch. 

Die Forscher wiesen die leicht deprimierten Leute dann an, ihre Körperhaltung zu verändern. Sie mussten Ihre Schultern bewusst zurückwerfen, das Kinn hochhalten, die Augen geradeaus richten, ein Lächeln aufsetzen und tief atmen. Dann wurden sie angewiesen, diese Veränderungen fünf Tage lang aufrecht zu erhalten. 

Was meinen Sie passierte?  Ein großer Teil ihrer Depression verschwand. Der Körperwandel sandte ein Signal an das Gehirn, ähnlich wie ein Thermostat, wenn man die Temperatur anders einstellt. Das Gehirn nahm zu der neuen Körperhaltung Stellung, ohne Fragen zu stellen und veränderte die Einstellung. Also, eine Änderung in Ihrer Körperhaltung kann viel in Ihrem Kopf bewegen. Wie macht man das am besten? 

Ihre ideale Körperhaltung

Hier ist eine Übung, die Ihnen zeigen wird, wie stark Ihre Körperhaltung Sie beeinflussen kann:

Setzen Sie sich auf einen Stuhl.  Denken Sie an etwas Negatives, dass Sie bedrückt. Das Leben läuft nicht gut für Sie. Nichts geht, wie Sie es wollen. Sie sind ein Verlierer. Bleiben Sie bei diesen negativen Gedanken. Fühlen Sie sich in diese Rolle voll ein. Lassen Sie Ihrer Körperhaltung freien Lauf, sich auf Ihre negativen Gedanken einzustellen. Bemerken Sie, wie Ihre Schultern fallen, Ihr Gesicht länger wird. Bemerken Sie, wie Ihre mentale Einstellung Ihr physisches Sein beeinflusst?

Jetzt werden wir ein paar Veränderungen vornehmen. Heben Sie Ihren Kopf. Richten Sie Ihren Blick geradeaus. Lächeln Sie ein wenig. Ziehen Sie die Schultern zurück. Atmen Sie tief und rhythmisch. Klatschen Sie die Hände dreimal zusammen. Strecken Sie die Faust in die Luft und sagen Sie laut: „Ja, das wird was!“

Als Nächstes, bemerken Sie Ihre Gedanken. Während Ihr Gehirn Feedback von Ihrem Körper bekam, hat sich Ihr Denken verändert? Als Sie Ihre Körperhaltung veränderten, haben sich nicht Kopf und Körper verändert?

Da Ihr Gehirn dreißig Mal mehr Blut benötigt als andere Organe in Ihrem Körper, müssen Sie sicherstellen, dass dem Fluss Ihres Blutes nichts im Wege steht. Körperhaltung kann die Zirkulation zum Gehirn beeinflussen. Wenn Ihre Körperhaltung also verschoben ist -- zum Beispiel, wenn Ihre Schultern gekrümmt sind und Sie einen Knick in Ihrem Nacken haben -- können Sie so einen Druck auf die wichtigen Arterien ausüben, die zu Ihrem Gehirn führen. Die Folge ist, dass Ihr Gehirn nicht genug Blut bekommt. So wird Ihr Denken unscharf, Sie können nichts richtig aufnehmen und vergessen Sachen.

Wissenschaftler haben entdeckt, dass sogar feine Veränderungen in Ihrer Körperhaltung, einschließlich Ihres Gesichtsausdrucks, Ihre Emotionen und Leistung beeinflussen können. So gibt es zum Beispiel 18 anatomische Arten zu lächeln. Jede Art von Lächeln sendet eine andere, messbare Botschaft ins Gehirn. 

Beim nächsten Spiel beobachten Sie einmal die Körperhaltung Ihrer Mannschaft und die des Gegners.  Wenn Sie gewinnen, ist Ihr Auftritt dann nicht ganz anders, als wenn Sie verlieren?  Aber, sollten Sie nicht wie ein Gewinner aussehen, auch wenn Sie verlieren, besser, so dass Sie nicht verlieren?  Wenn Ihre Mannschaft eine Gewinnerpose kultiviert, gleich ob Sie gewinnen oder verlieren, können Sie damit Ihre Leistung beeinflussen. Wenn Sie wie ein Gewinner aussehen, haben Sie das nächste Spiel schon halb gewonnen.

Energie erzeugen

Sie sind erschöpft, aus irgendeinem Grunde. Manchmal schon vor dem Spiel. Sie können sich einfach nicht aufputschen. Gelegentlich mitten im Spiel, wenn Sie plötzlich eine Leere und Schwere überkommt, so dass Sie kaum laufen können. Was sollten Sie tun? Wie können Sie Ihren Energiestand kurz vor dem Spiel erhöhen, nicht nur auf eine normale Ebene, sondern auf einen Höchststand? Indem Sie Energie schöpfen. Woher? Aus verschiedenen Quellen.

Energie erzeugen

Energien gibt es rundum, denn Energie kursiert in allen Materien. Einige Leute legen ihre Hände auf einen großen Stein, einen Findling, um sich zu regenerieren (oder sie haben kleine Steine, so wie Bergkristalle oder Rosenquarze, die sie als Energiequelle mit sich herumtragen – Frauen, z.B. Andere zieht es hin zum Wasser. Sie schöpfen Energien indem sie sich am Meer aufhalten, oft bloß mit den Füßen im Wasser, um Berührung mit der Urquelle des Lebens auf unseren Planeten zu machen. Oder sie fahren in einem kleinen Boot auf einen See hinaus. Oder sie sitzen am Ufer eines Flusses. Noch andere gehen in die Berge, oder in den Wald, oder über die Wiesen, um den Akku wieder aufzuladen. Das Energiezentrum ist also die Natur, unsere Erde und das  All.

Yoga, Tai Ji, Tae-bo, Tanzen, Gymnastik, Spazieren gehen und Fahrradfahren sind alles Anregungsmittel, sich wieder zu beleben. Tief atmen führt Sauerstoff in die Lungen und füllt den Körper mit Energie und kreativen Säften (Atem heißt spiritus auf lateinisch, Sie nehmen also den Geist ein, sozusagen, und fühlen sich inspiriert). Wenn Sie sich vor dem Spiel warm machen, durch Übungen und Laufen, lockern Sie nicht nur die Muskeln (indem Sie sie anspannen), sie tanken so auch Energie auf. Energie ist also eine innere Stärke, unsichtbar und schwer zu beschreiben. Aber, man spürt sie. Sie ist die Lebenskraft, die aufkommt, wenn Körper und Mind (Seele, Psyche, Geist) eins und synchronisiert sind. 

Energie projektieren 

Wenn Sie Ersatzspieler sind und plötzlich eingesetzt werden, versuchen Sie sich schnell an der Außenlinie aufzuwärmen und zu entspannen, wenn die Zeit es erlaubt.  Sie können so aber nie die Energieschwingungen erreichen, die Ihre spielenden Kameraden haben. Sie brauchen eine Weile, bis Sie sich dem Fluss des Spieles angepasst haben. Wie können Sie das ändern? Sie können lernen, Energie durch Visualisation zu erzeugen, so dass Sie im Einklang mit dem Spielfluss sind. Wenn Sie spielen, aber müde werden, können Sie, während einer kurzen Unterbrechung, die gleiche Technik anwenden. So können Sie sich aus innerer Kraft immer wieder erfrischen.

Jerry Lynch, Trainer und Sport Psychologe, wurde von Lacrosse Spielern gefragt, wie man die Flaute an der Außenlinie zu stehen am besten überwinden könnten, ohne ihren Spielfluss zu verlieren. Atmet tief ein, sagte er, und stellt euch vor, ihr wäret voll im Spiel. Fühlt das Adrenalin, die Aufregung und die Bewegungen, als ob ihr dabei seid.  Diejenigen Spieler, die seinem Rat folgten, empfanden den Übergang vom Rumstehen und Warten zum intensivem Einsatz reibungslos und unverzüglich. Ihr Adrenalin stieg, als sie ihre Energie projektierten. Warum wirkt diese Technik?  Weil die Adrenalindrüsen auf das Signal des zentralen Nervensystems antworten. Die Nervenzellen können wiederum vom Kopf gesteuert werden. So werden Vorstellungen zur Wirklichkeit.

Die Zuschauer und Mitspieler als Energiequellen

Sie können Ihre Energie nicht nur aus Steinen, Flüssen, Bergen oder dem Kosmos ziehen, auch die Zuschauer sind eine Powerquelle, wie Sie es wohl schon oft erlebt haben. Wenn die Fans Sie lauthals und begeistert unterstützen, können Sie diese Schwingungsenergie bewusst aufnehmen und nutzen. Wie?  Indem Sie sich ihr öffnen. So hebt sich  Ihr Adrenalinspiegel, und Sie verspüren einen Schuss neuer Energie. Wenn die eigenen Fans aber pfeifen, weil das Spiel nicht läuft, werden Sie es schwerer finden, neue Energien zu erzeugen. Denn die durch das Pfeifen hervorgerufenen negativen Schwingungen beeinflussen auch Sie negativ. Dem ist aber nicht unbedingt so. Wenn die Fans des Gegners Sie auspfeifen, um Ihre Konzentration und Ihren Mut zu brechen, können Sie, indem Sie die eine innere Weiche umstellen, die negative Energie einfach als positiv deklarieren, weil sie ja vom Gegner kommt,  So können Sie  auch diese Energie für sich nutzen. 

Während des Training oder Spiels können Ihre Mitspieler Ihre Energiequelle sein. Wenn Sie ein enges Team sind und sich gegenseitig ermutigen und unterstützen, wird Ihr Energiestand immer auf gleicher Höhe sein. Hier kommt die Energie vom Kollektiv. Hier speist einer den anderen mit Energie. Wenn Sie müde werden, öffnen Sie sich also möglichen Energiequellen. Da alles im All Energie ist, gibt es viele Quellen. Laben Sie sich an der, die Ihnen offen steht.

 

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