Das T³ Prinzip:
Training, Taktik & Täuschung

 

Täuschung bringt Vorteile!

Sie werden sicher lachen, wenn Sie die obige Überschrift lesen. Was hat der Fußball mit Täuschung zu tun? werden Sie sich fragen.

Eine Menge! Das Training und die Taktik sind nutzlos, wenn Spieler nie richtig zum Torschuss kommen. Täuschung, gekoppelt mit Geheimsprache, geben den Spielern die Gelegenheit, für ein paar Sekunden ungehindert zum Torschuss zu kommen. Dieses Element fehlt im heutigen Fußball. Torschussmöglichkeiten hängen vom Zufall ab. Dann bestimmt die Lage, wer gerade wo steht, ob es  zum Torschuss kommt. Tore fallen gelegentlich (auch wenn die Torbeute äußerst mickrig ist, da man ja schließlich 90 Minuten Zeit hat Tore zu schießen), aber sie fallen nach dem Zufallsprinzip

Den Gegner zu verwirren und irrezuführen war stets eines der Grundprinzipien der Kampfes, gleich ob auf dem Schlachtfeld, im Boxring, oder beim Ballsport. Auf diese Weise verschleiern Sie die eigenen Stärken und Absichten. Jedoch muss bei der Planung und Ausführung von Täuschungsoperationen größte Sorgfalt und Schlauheit angewendet werden, andernfalls verrät  man die eigenen Absichten, anstatt den Gegner zu täuschen.

Im Powerfußball bleibt nichts, aber auch gar nichts, dem Zufall überlassen. Alles wird vom Trainer und von den Spielern mit Köpfchen fein säuberlich überlegt, abgesprochen und ausgeführt.. Das geht aber nur, wenn Mannschaft und Trainer für lange Zeit zusammen bleiben. Werden Spieler und Trainer laufend ausgetauscht, kann nie ein vernünftiges Spiel zusammen kommen. Glücksfußball nenne ich so ein System.

Eine kleine Vorgeschichte

Sun Tzu, eine chinesischer General, lebte ungefähr 500 v.C. Sein Buch, Die Kunst der Kriegsführung, kommt erst jetzt im Westen an. Denken Sie einmal an das Gemetzel im ersten Weltkrieg, wo die Armeen sich gegenüberstanden und sich auf die stumpfsinnigste Weise gegenseitig töteten. Der deutsche Oberbefehlshaber glaubte, da Deutschland zu der Zeit, genau so wie heute, mehr Einwohner hatte als Frankreich, man bräuchte sich gegenseitig nur zu dezimieren, bis der letzte Franzose tot war, denn dann hätten die übrig gebliebenen Deutschen den Krieg gewonnen! Können Sie sich so eine Menschen-verabscheuende Taktik, bodenlose Dummheit ist eine bessere Beschreibung, vorstellen? Keine Imagination. Nur stumpfsinniges, falsches, pseudo-logisches Denken.

Der zweite Weltkrieg war nicht viel anders. Die Kriegsherren gingen nur nach Verstand und Logik vor. Von Täuschung keine oder selten eine Spur. Fast alle hohe Militärs auf allen Seiten glaubten fest an die menschliche Intelligenz, and Logik.. Keiner hatte sich je mit dem alten chinesischen Kriegsphilosophen befasst. So waren Angriffs und Verteidigungsstrategien leicht auszurechnen. Daher das Gemetzel und die zig Millionen Toten. Sie starben der schlechten Ausbildung der Offizieren wegen. Heute ist Sun Tzu’s Buch Pflichtlektüre an amerikanischen Militärakademien (z.B.,West Point). Nur wenden  auch die Amerikaner es in all den Kriegen, dies sie seit dem zweiten Weltkrieg angezettelt haben nicht an. Hätten sie sich mit Sun Tzu intensiver befasst und wenigstens ein paar wenige Täuschungsmanöver im Irak oder in Afghanistan angewendet, hätten sie den Tod vieler Menschen verhindern können.  

Täuschungsmanöver

Was folgt sind einige von Tzus Lehren:

  • Selbst wenn Du fähig bist, erscheine unfähig. 
  • Selbst wenn Du tätig bist, erscheine untätig. 
  • Bist Du tapfer, erscheine ängstlich. 
  • Bist Du stark, erscheine schwach. 
  • Bist Du ordentlich, erscheine chaotisch. 
  • Bist Du erfüllt, so erscheine leer. 
  • Bist Du weise, so erscheine töricht. 
  • Dringst Du vor, so scheine dich zurückzuziehen. 
  • Bewegst Du dich schnell, so scheine Dich langsam zu bewegen. 
  • Bist Du an einem Ort, so scheine an einem anderen Ort zu sein. 
  • Wenn du in Torraumnähe angreifst, so täusche vor, dass du dich auf einen weiten Weg machst. 
  • Wenn du in der Ferne angreifen willst, mach die anderen glauben, dass du nur eine kurze Strecke zurücklegen willst. So ist der Gegner unvorbereitet.
  • Verwirre den Gegner und stifte Unordnung an. Dann schlage zu.
  • Erblickst Du eine Lücke, dann rücke vor; erblickst Du eine volle Abwehr, dann halte inne.
  • Schläfer den Gegner ein, so dass er faul wird. 
  • Sind Spieler jähzornig, errege sie derart, dass sie leichtfertig werden.
  • Gib Unterwürfigkeit und Schwäche vor, um die Arroganz des Gegners anzustacheln. Dann wird er nachlässig und du kannst ihn besser angreifen.
  • Benütze deine Schnelligkeit, um den Gegner zu ermüden.
  • Säe Zwietracht zwischen Deinen Gegenspielern, so spaltest Du sie und verhinderst Eintracht.
  • Greife an, wenn der Gegner unvorbereitet oder unaufmerksam ist, wenn er es am wenigsten erwartet. 
  • Gib dem Gegner keine Möglichkeit sich zu organisieren. Dafür eignet sich die formlose organische Taktik vorzüglich. 
  • Die wirkungsvollste aller Bewegungen ist die, die niemand erwartet; der beste aller Pläne ist der, der unbekannt bleibt.
  • Sei scheu wie ein Hase und schnell wie ein Fuchs; so wirst du unbesiegbar sein

Warum Täuschung?

Was Sun Tzu für den Krieg vorschlägt, können wir auch im Profisport anwenden, denn ein Spiel ist ja einem Kampf sehr ähnlich. Neben Training und Taktik ist  Täuschung das drittwichtigste Element im Powerfußball. Jeder der obigen Sätze ist es wert verinnerlicht zu werden, denn nur durch gezielte, oft geübte Täuschung können viele Tore fallen. 20 Tore in 90 Minuten sind erzielbar, denn im Powerfußball gibt es kein  Querspiel, nur zwei- oder dreistufiges Steilspiel.
Perfektionieren Spieler Täuschungsmanöver, kommen sie fast immer zum Torschuss. Warum? Wenn einem der gegnerische Verteidiger auf den Füssen steht, muss man eine Methode haben, sich geschickt von ihm trennen zu können. Ohne Täuschung ist es schwieriger, die organische Taktik in die Tat umzusetzen. 
Mein Rat:  Sun Tzus Vorschläge verinnerlichen und anwenden.  So ist kein Spieler auszurechnen.  Macht das die ganze Mannschaft, wird der Gegner total verunsichert und verwirrt. Verunsicherung, also Schwäche, bringt Vorteile. Wenn ein Spieler nach links flanken will, tut er so, als ob er nach rechts flankt. Wenn er den Ball ins linke Toreck schießen willst, täusch er nach rechts. 
Durch Täuschung. kann ein Spieler so tun, als ob er den Ball zwischen zwei Spieler hindurch spielt, indem er seinen Körper in die Richtung der Lücke dreht, dort hinzeigt, einem Mitspieler etwas zuruft, dann aber, in letzter Sekunde, den Ball rechts am Gegner vorbeischiebt. Diese Täuschung bringt ungefähr eine halbe Sekunde Zeitgewinn. Das ist genau der Zeitraum, den ein Verteidiger braucht, um zu reagieren, wenn er seinen Fehler einsieht. Da alle Spieler im Powerfußball die 100 Meter in ungefähr 12 bis 13 Sekunden laufen, entspricht eine halbe Sekunde ungefähr 5 Meter Vorsprung. Das reicht einem Scharfschützen, den Ball unhaltbar in eine der vier Ecken des Tores zu knallen, natürlich wieder mit Täuschung, um den Torwart in die falsche Ecke zu schicken.
             
Jeder Pass und jeder Torschuss sollte mit Täuschung verbunden sein. Man guckt und deutet nach links, schießt aber nach rechts. Kontinuierliche Täuschung, in allen Belangen und Lagen, sind ein fester Bestandteil des Powerfußballs. Der Gegner muss immer überrascht und verwirrt sein. So verzögert man sein Reaktionsvermögen. So ergeben sich Vorteile. Wie die Sache jetzt steht, wissen Sie selbst: fast jeder Zuschauer sieht im voraus, wo der Ball hingeschossen wird. Das darf nicht mehr vorkommen. Alle Gegenspieler, auch die Zuschauer müssen laufend überrascht sein.

Dazu gehört Geheimsprache. Sie mögen es übertrieben finden, aber eine Geheimsprache ist sehr nützlich und äußerst wirksam. Jeder Spieler hat einen geheimen Namen, der nichts mit seinem richtigen Name zu tun hat, und den niemand kennt, außer die Mitspieler. Hat also Freddy den Ball und will ihn zu Tim weitergeben, ruft er, sagen wir, Pei (Tim’s Geheimname). Zusätzlich gibt es geheime Worte für Aktionen. Will Lars den Ball rechts an Pablo vorbei spielen, dreht er sich nach links um (Täuschung), ruft To (rechts), dreht sich in letzter Sekunde noch einmal (oder trifft den Ball mit dem linken Fuß) und spielt nach rechts. So gewinnt der Empfänger eine halbe Sekunde Reaktionszeit, die ihm hilft ungehindert zum Torschuss zu kommen. Machen Sie das immer! laufend! Gleichzeitig, da Pablo weiß, dass der Ball nach rechts geht, täuscht er selbst sofort nach links, läuft ein paar Schritte in diese Richtung, dreht sich dann blitzschnell um, schüttelt so den Verteidiger ab und schießt ungehindert aufs Tor. Das ist eine Doppeltäuschung.

Sie werden Geheimsprache und Täuschung zu schätzen lernen, wenn sie den Effekt sehen. Der Gegner wird nie wissen, woran er ist. Er kann ihre Mannschaft nie einschätzen. Das macht ihn zuerst nervös, dann wütend, bevor Resignation eintritt. Resigniert der Gegner, sollten Sie mit Volldampf die Chancen nutzen, um noch ein paar Tore mehr zu erzielen. Entmutigen Sie den Gegner durch laufende Täuschungsmanöver und Geheimsprache, sollte die letzte Viertelstunde für mehrere Tore gut sein.

Drittäugig sehen (daher: Ein drittes Auge entwickeln)

Der Spieler hat den Blick auf den Ball gerichtet, er schießt und der Ball landet beim Gegner. Der Spieler springt dem Eckball entgegen, trifft den Ball voll, schießt ihn aber direkt in die Arme des Torwarts.  Der Spieler schießt einen Elfmeter genau in die Ecke, in die der Torwart sich wirft.  Einzelfälle?  Kaum. Vermeidbar? Ja! Lernen, drittäugig zu sehen, gehört zum Powerfußball.  Die Fähigkeit drittäugig zu sehen ist relativ leicht zu erlernen. . 

Spieler können sich angewöhnen, immer zu wissen, wohin sich Mitspieler und Gegenspieler bewegen. Wie?  Indem sie laufend blitzschnell hochsehen, obwohl sie sich ebenfalls auf den Ball konzentrieren, den sie gerade weitergeben wollen. Oder indem sie aus den Augenwinkeln spähen, obwohl sie den Kopf nicht bewegen. Oder indem sie unter den Augenwimpern hervorschauen, ohne den Anschein zu geben, hochzusehen.  Oder indem sie Ihren sechsten Sinn einsetzen, der für sie sieht, vorausgesetzt, der Spieler hat diesen Sinn entwickelt. Oder indem sie sich angewöhnen, alle drei bis fünf Sekunden hochzusehen. Diese Art zu sehen können Spieler sich leicht zu eigen machen. Sie bringt jedem Spieler große Vorteile. Üben Spieler es bewusst, drittäugig zu sehen, wird es schnell zur Angewohnheit.

Diese Art zu sehen ist fast so, als ob Spieler ein drittes Auge hätten, das nicht sieht was ist, (das können die zwei normalen Augen machen), sondern das umherschweift und dem Spieler mitteilt, was sonst noch auf dem Spielfeld vorgeht und, wichtiger, was sein könnte. Mit diesem Auge sieht er all das, was er sonst (jetzt) nicht sieht. Es ist ein wanderndes, peripherisches Auge. Es sieht nicht nur, wo Spieler stehen, es sieht auch, wie sie sich bewegen und wie sie sich bewegen könnten. So können Spieler sich genau ausrechnen, ob ihr hart und genau geschlagener Pass in den Lauf des eigenen Spielers ankommen wird, oder abgefangen werden könnte. So können Spieler auch Lücken und Öffnungen entdecken, um zum Beispiel Steilpässe zu schlagen, der wichtigste Pass im Powerfußball. Auch sehen Spieler sofort, welcher Gegner falsch steht, also nicht gut deckt oder umherirrt. Das dritte Auge macht die eigenen Spieler effektiv und gefährlich. 

Aufs Tor schießen

Am wichtigsten ist das dritte Auge beim Torschuss. Denken Sie an den Elfmeter Schuss.  Der  Spieler läuft an, sieht auf den Ball, sieht aber, so von unten heraus, oder vom Rande her, oder durch blitzschnelles Hochsehen und den Kopf wieder senken, oder durch Intuition, mit dem dritten Auge, wie der Torwart sich bewegt. Wenn sein Fuß den Ball berührt, weiß er eine zehntel Sekunde vorher, wo er hinschießen muss, denn er hat mit seinem dritten Auge gesehen, wie und wo der Torwart steht und, noch wichtiger, wohin er sich bewegt. Denn der Torwart sieht oft nur auf die Füße und Körperhaltung des Torschützen, um zu erahnen, wo er den Ball hingeschlagen werden könnte. Der eigene Spieler kann den Torwart also leicht täuschen, indem er eine Richtung angibt – oft indem dort hinsieht, wo der Ball vermeintlich hingehen soll – die er aber im allerletzten Moment ändert, nachdem der Torwart seine Entscheidung schon getroffen hat. Wenn Spieler es lernen so zu denken und zu sehen, schießen sie nie auf den Torwart oder in die Richtung, wo der Torwart den Schuss erwartet, sondern immer in die entgegengesetzte Richtung, also gegen die Bewegung des Torwarts.

Bei Freistößen ist es ähnlich. Ist der ausführende Spieler in Tornähe, konzentriert er sich angeblich auf den Ball, indem er ihn richtig hinzulegt, dann langsam zurück tritt, ohne den Blick zu heben, dann anläuft, um zu schießen, scheinbar blind, ohne aufzusehen wo er hinschießt. Aber durch sein drittes Auge ist er bestens informiert und weiß, wer wo steht, insbesondere wo der Torwart steht.   Bildet sich eine Mauer, sieht der Spieler nicht nur die Schwachpunkte in der Mauer – durch die Augenlider, sozusagen – sondern auch das Verhalten des Torwarts. Er optimiert den Pfad des Balles, indem er einen Schwachpunkt in der Mauer nutzt, der mit z.B. dem falschen Standbein des Torwarts übereinstimmt. So schießt er immer dorthin, wo der Torwart nicht steht, oder in die entgegengesetzte Richtung von wo er gerade hineilt. Das Gleiche gilt auch für Freistöße und Eckbälle. Durch die Information, die sein drittes Auge ihm vermittelt, schießt der  Spieler dahin, wo der Gegenspieler (das schließt den Torwart mit ein) entweder nicht steht, auf dem falschen Fuß steht, in Unterzahl ist, oder unabsichtlich eine Lücke gelassen hat.

Im Powerfußball sehen alle Spieler drittäugig. Nur der Gegner nicht, wenn er noch traditionellen Fußball spielt. Das dritte Auge ist fast wie eine zweite Geheimsprache. So können die eigenen Spieler den Gegner meist überraschen, denn er erwartet nicht, was sie tun werden, weil er denkt, sie würden die Lage nicht übersehen. Auf diese Weise wird der gegnerische Torwart leichtsinnig und unkonzentriert. Die eigenen Kameraden wissen jedoch, dass ihr Mitspieler genau weiß, was vorgeht. Sie werden nicht überrascht sein, sondern richtig reagieren, zum Beispiel auf Abpraller lauern. So hat eine Mannschaft durch Täuschung und drittäugiges Sehen laufend einen Vorteil.

Die sind nur einige Beispiele, auf welche Weise das dritte Auge von Nutzen sein kann. Wenden Spieler die Vorteile, die ein drittes Auge bringt, durch viel Übung auf das ganze Spielgeschehen an, insbesondere auf die Taktik, läuft das eigene Spiel immer bestens.

 

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