Perfektionsmethode:
Üben, üben, üben

Wie spielt man meisterhaft?  Indem man trainiert, immer wieder trainiert, auf dem Platz, in der Halle, allein, mit anderen, auch während der Ferien, mit Ball und ohne, und immer wieder im Kopf, im Kopf, im Kopf, denn ohne Kopf bewegen sich Fuß und Bein nicht. Die Spieler müssen laufend Fußball spielen, auch wenn sie nicht spielen. Umgekehrt, wie spielt man holprig und unterschiedlich und kreuz und quer anstatt nach vorn? Indem man wenig trainiert, dazu noch lustlos.

Man kann, wenn man will, in fast allen Sportarten meisterlich werden. Talent entwickelt sich. Keiner ist talentiert zu irgend etwas geboren. Wir wind zwar mit menschlichen Anlagen geboren, aber das Fußballspiel gehört nicht dazu. Wenn Sie die Kompliziertheit und Kniffligkeit des Fußball oft genug üben, entwickeln Sie mit der Zeit eine Fähigkeit, die sich in Begabung und schließlich Talent umwandelt. Denn „Talent“ ist ja eine altgriechische Geldeinheit. Sie legen ein Talent auf das andere, sozusagen, bis Sie viele Talente haben. 

Meisterhaft werden

Ein Meister des Fußballs zu werden, also einen hohen Grad von Fertigkeit, Tüchtigkeit, Wendigkeit, Vielseitigkeit und Kompetenz zu erwerben, steht jedem offen. Wenn es im letzten Jahr nicht zur Meisterlichkeit reichte, ist das kein Grund, sie nicht in diesem Jahr zu erreichen. Wenn Sie sich jetzt entschließen, etwas meistern zu wollen, sagen wir Golf, auch wenn Sie in Ihrem Leben noch nie Golf gespielt haben, können Sie mit der Zeit ein guter, sogar ein sehr guter, Golfspieler werden – wenn Sie viel üben.

Wichtig ist dass Sie jede Bewegung die Sie perfektionieren wollen zuerst theoretisch perfektionieren, bevor Sie mit dem Training beginnen. Wenn Sie z.B., Pässe mit der Innenseite des Fußes schießen wollen, eine gute Entscheidung übrigens, denn Pässe mit der Innenseite sind von allen Ballberührungsarten die Genauesten, da die Berührungsfläche von Ball und Fuß am größten ist, sollten Sie die Bewegung von Bein und Fuß zuerst genau studieren. Nicht auf dem Spielfeld, sondern im Seminarraum. Mehr dazu, wenn wir zum Thema Pässe kommen. Immer erst den Kopf einstellen.

Aber wer praktiziert schon laufend?  Wenige.  Wer lebt 100% für den Fußball, wer gibt sich der Sache ganz hin?  Wenige. Wer übt Bewegungen und Schüsse im Kopf, den ganzen Tag lang, oft auch im Schlaf?  Wenige. Jedoch, Profifußball ist kein 10 bis 4 Job.  Er ist total Hingabe, Aufopferungs-fähigkeit, Einsatzbereitschaft, Begeisterungsfähigkeit. Man atmet Profifußball ein, von früh bis spät.  Man ist in ihm, man wird ihn, man verliert sich in ihm.  Macht man das lang genug, entwickelt man Talent und wird meisterhaft.  Dies gilt für alle werdende Profis. 

An die Jungen

Bist du ein Teenager und spielst in der Jugendmannschaft, kannst auch du meisterhaft werden. Du brauchst nur wenig Talent, das heißt, natürliche Fähigkeiten, denn Übung macht den Meister. Kein besonderes Talent ist erforderlich. Das macht den Fußball so populär. Üb, aber üb richtig, und du wirst dich in einen Powerfußballer verwandeln. „Richtig“ heißt effizient üben. Das ist heute nicht der Fall, denn sas heutige Training bringt kaum sichtbare Verbesserungen. Ehrlich gesagt, das Fußballtraining ist ein Desaster. Du gehörst zur nächsten Generation. Du kannst es besser machen. Folge der Betonmethode. Üb Torschüsse und Pässe mit Hilfe einer Betonwand.  Schon hast du einen riesigen Vorteil Mitspielern gegenüber, die sich aufreihen, um ein paar Mal aufs Tor schießen zu können, oder sich den Ball gegenseitig zuschieben.

Konzentriere dich auf den Torschuss und das Passspiel.  Sie sind die beiden wesentlichsten Eigenschaften des Fußballs.  Wenn du sie beherrscht, wird du eventuell weitaus mehr können als die heutigen Bundesligaspieler, denn die weder Schuss noch Pass jemals richtig geübt. Du siehst es daran, dass sie sich riesig freuen, wenn sie auch nur ein Tor erzielen. Entwickle deine eigene Spielintelligenz. Wisse, dass Fußball durch den Kopf gespielt wird. Lese viel, denke viel über den Fußball nach. Lerne, mental zu trainieren. Üb Torschüsse und Pässe laufend im Kopf.  Das ist der Schlüssel zum Erfolg, den noch keiner nutzt.  Sei einer der ersten. So hebst du dich von der Masse ab. Spiele jetzt, wie man in zwanzig oder dreißig Jahre generell spielt: auf einem gehobeneren Niveau.

Üben, üben, üben

Achten Sie auf die Kleinigkeiten, auf den genauen Vorgang und Ablauf der Sache. Haben Sie den Ablauf klar vor Augen, praktizieren Sie ihn, ohne aufzugeben, bis Sie es perfekt können. So ist es mit jeder Sache. Fangen Sie mit dem Pass an. Als nächstes kommt der Schuss. Auch wenn Sie schon in der Bundesliga spielen, und von der Presse gelobt werden, schlagen Sie mit Sicherheit keine perfekten Pässe.  Ein perfekter Pass ist ein Zuspiel in den Lauf des Platzweise bestplatzierten Mitspielers. Also Sie passen nie zum Mitspieler, sondern immer in den Lauf des bestplatzierten Mitspielers.

Der Pass ist also eine Zwei-stufen Affäre. So etwas ist schwer zu üben. Man übt es am besten im Kopf und während des Trainingsspiel. Das heißt, den Pass von Spieler zu Spieler zu üben, wie es jetzt üblich ist, bringt nicht viel. Das ist Einstufendenken. Ein perfekter Pass benötigt Dreistufendenken. Sie können ihn mental am besten auf dem i-pad trainieren. Nur existiert das Programm noch nicht.

Um Perfektion, Meisterschaft zu erlangen, muss man den Pass einige zig-ttausend Mal üben. Wer tut das schon? Bis jetzt niemand. Kann man Pässe überhaupt einige hunderttausend-mal üben? Oh ja. Z.B., indem man den Kopf mit einsetzt und es im Kopf übt. Indem man es vor dem Einschlafen, sogar im Schlaf übt. Indem man davon träumt, sieben Tage die Woche, ohne Unterlass. Mehr darüber unter Passhallen.

Die Reise zur Meisterschaft ist vielleicht tausend Kilometer lang, aber indem Sie immer nur einen kleinen Schritt vorwärts gehen, erreichen Sie eventuell auch Ihr Ziel. Vergleichen Sie die tausend Kilometerreise des perfekten Passes mit der Durchquerung des 22,500 km langen Canada Trail, vom Atlantik zum Pacific. Im Vergleich ist das Passtraining Peanuts!

Ihren Erfolg können Sie auch durch die Qualität Ihrer Schritte messen, durch die Aufmerksamkeit und Sorgfältigkeit, mit der Sie jeden Schritt bewerkstelligen. Üben Sie jeden Tag und Sie werden Ihr Ziel erreichen. Üben Sie gelegentlich und Sie bleiben Durchschnitt. Es gibt keine Abkürzungen im Powerfußball. Selbst wenn Sie der Star der Mannschaft sind, wenn Sie Ihr Gewerbe nicht dauernd üben und verbessern, werden Sie nicht lange ein Star bleiben. Das sehen Sie heute bei allen Mannschaften: die Stars verbessern sich nicht. Sie verdienen ihr Brot mit den gleichen Fähigkeiten, die sie als junge Spieler mitgebracht haben. Selten wird ein Star zum Superstar. Wird er es, muss er hart dafür trainieren. Lesen Sie die Biografien und Autobiografien berühmter Spitzensportler. Sie erreichten ihre Berühmtheit nur durch Üben. Daher, hören Sie nie auf zu üben.  Bleiben Sie für immer ein Anfänger.

Und noch mal üben

Sie müssen jede Sache sehr oft üben, bis Sie sich an ihr erlaben können, bis Sie beim Training ein freudiges Gefühl überkommt, bis Sie „im Fluss spielen“, bis eine Sache sich in Leistung verwandelt. Gleich wie gut Sie etwas können, es kann verbessert, verändert, personifiziert, perfektioniert werden.  Haben Sie schon einmal beobachtet, wie Michael Jordan springen und fliegen kann?  Er übt unentwegt. Sogar an Spieltagen kommt er früher als seine Mitspieler und übt gewisse Schüsse immer und immer wieder.  Das ist Hingabe. So soll es sein, wenn Sie ein Spitzenfußballer werden wollen.

Der Weg zur Meisterklasse, zum Powerfußball, hat vier Spuren: Identifikation, Imitation, Wiederholung auf dem Platz und Wiederholung im Kopf.  Sie suchen sich ein Vorbild, imitieren z.B. seine oder ihre Torschüsse und üben, was Sie imitieren wollen, auf dem Platz und im Kopf.  Das ist die Essenz des Einzeltrainings. Und das Einzeltraining ist die Essenz des Fußballtrainings, denn das taktische Teamgefüge übt man nur im Seminarraum. Es bringt überhaupt nichts, die Powertaktik auf dem Platz zu üben. Da sie auf Prinzipien aufgebaut ist, muss sie im Kopf geübt werden, auf einer Spielplatte wie dem i-pad, also durch ein Spiel, an dem alle teilnehmen.

Ist Üben langweilig? Nicht wenn man sich in die Übung vertieft, wenn man es lernt sie zu lieben. Dann wird man zwar ruhig, weil man sich konzentrieren muss, aber gleichzeitig wird die Übung zu einem momentanen, methodischen, befriedigenden Erlebnis auf dem Weg zur Meisterschaft, zum Powerfußball.  Übung befriedigt, da Sie zu einer ständigen, obwohl mitunter kaum wahrnehmungsfähigen Verbesserung führt.

Plateaus

Etwas zu meistern braucht seine Zeit. Sie erreichen laufend neue kleine Plateaus, Zeitabschnitte von relativer Stabilität, wo Sie sich augenscheinlich nicht verbessern.  Plateaus gehören dazu, Sie sind Meilensteine auf dem Weg zur Meisterschaft.  Plateaus sind wie Pausen, sie sind eine wichtige Zeit zum Vertiefen, Reflektieren, Bewerten und Erkennen, vielleicht sogar um ein wenig auszusetzen, bevor man wieder vorprescht.  Es ist auch eine Zeit, sich mit Gefühlen wie Frust und Verärgerung auseinander zu setzen.  Plateaus hören nie auf, es gibt immer andere, höhere Plateaus, und die Höchsten werden Sie nie erreichen.

Seien Sie nicht entmutigt, wenn Stagnation eintritt. Sie ist eine wichtige Stufe auf dem Weg zur Excellenz im Powerfußball. Gehen Sie während dieser Zeit nett mit sich um, denn Sie wissen, dass diese Plateaus notwendig sind und dass Sie bald wieder auf Ihrem Weg zur Leistungsverbesserung sein werden. Sehen Sie diese Pausen als Gelegenheit an, innerlich abgeklärter zu werden, aber doch fest bei der Sache zu bleiben. Glauben Sie nie, dass das gegenwärtige Plateau das Ende Ihres Könnens ist. Vergleichen Sie sich auch nicht mit Ihren Mitspielern, sondern nur mit sich selbst. Erscheinen Sie am Tag nach dem Spiel, als Erster zum Training. 

Jede Übung wird im Körper und Kopf gespeichert.  Wenn die Übungen dann beim Training oder im Spiel gefordert werden, können Sie das Geübte abrufen. Vergessen Sie bitte nicht, Feldübungen tausendfach im Kopf zu wiederholen. Auf diese Weise können Sie Plateaus zeitlich verkleinern, denn kein Training trägt mehr Früchte als das Kopftraining.

 

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