Zeit für eine Revolution

Nicht nur im Klimawandel, auch im Fußball brauchen wir eine Revolution, definiert als kompletter Wandel eines etablierten Systems. Die Qualität des Spiels siegt sein Jahrzehnten dahin. Nur das Geld rollt; die Finanzen stimmen und daher wird jeder Versuch, den Fußball zu erneuern, ignoriert oder zerquetscht. Zeit für Wandel.

Nur wird der Wandel nicht von den Topvereinen kommen. Die Funktionäre, meist frühere Fußballspieler, sitzen fest im Sattel. Für immer, scheint es, denn nur unter äußersten Zwang geben sie ihre Position auf. Das Leben ist süß. Als Manager hat man Macht, über Trainer und Spieler, und Ansehen. Man spielt mit Millionen. Da fällt hie und da etwas für einen selbst ab. Da soll nur keiner dran rütteln!

Der DFB kann auch nichts ändern. Er repräsentiert die Bürokratie des Fußballs, den Topvereinen hörig. Die einzige Macht des DFBs ist Geld, ansonsten regelt er nur. Auf Drängen der Vereine initiiert er mitunter leichte Veränderungen. Das ist es dann auch schon.

Das Feld von unten aufrollen

Wie revolutioniert man ein Spielsystem? Indem man es von unten aufrollt. Wie geht das? Interessengruppen – Mäzen, betuchte Freunde, Fernsehgesellschaften, Presseverleger, große, mittlere und kleine Unternehmen, Vermarktungsfirmen, usw. – kaufen sich einen Fußballverein. Viele der mehr als 50.000 Vereine haben finanzielle Schwierigkeiten und würden sich über ein Angebot freuen. Nehmen Sie die Amateurligen der Nation an. Mit Budgets von 50.000 bis 300.000 Euros kosten sie nicht viel. Man verwandelt sie in private Limited Firmen und kauft sie. Als Bonus erhalten Mitglieder eine lebenslange Dauerkarte für alle Spiele.

Die neuen Inhaber suchen dann nach einem Fazilitator, ernennen einen Manager, und suchen sich aus der Umgebung die richtigen jungen Spieler zusammen, die den Powerfußball erlernen. Sie selbst sitzen im Aufsichtsrat und beaufsichtigen. Der Inhalt dieser Webseite sollte genügen, Ihnen alles Wissen zu geben, um eine erstklassige Fußballmannschaft zu entwickeln. Gibt es noch wenig Konkurrenz vom anderen Powerfußballvereinen, steigen die neuen Vereine nach ein oder zwei Jahren Anlaufzeit regelmäßig auf. Wer sollte sie stoppen? Nur ihresgleichen, andere Powerfußballvereine. Die gegenwärtigen Vereine werden keine Chance gegen den Powerfußball haben. Sie werden entweder umwechseln müssen, was sie mit Sicherheit nur sehr spät tun, oder steigen ab.

Eine ruhige Revolution

Es wird also eine ruhige Revolution werden. Powerfußballvereine werden langsam, aber in immer größerer Anzahl, aufsteigen; und gegenwärtige Vereine werden in gleicher Zahl absteigen, bis sie in den unteren Klassen versinken. Funktionäre und Trainer versinken mit ihnen.

Wäre der Fußball in den Erziehungsinstitutionen in Deutschland verbreitet, Oberschule und Universität, wie es der Fall in anderen Ländern ist, könnte ein Großteil der Trainingsaufgaben von diesen Institutionen übernommen werden. Im kleinen Knoxville, oder noch kleinerem Ann Arbor, haben die beiden dort ansässigen Unis (U.of Tennessee und U. of Michigan) Stadien mit über 100.000 Zuschauern, um dort Footballspiele abzuhalten. Die Spiele sind bei jedem Heimspiel ausverkauft. Hooligans gibt es dort nicht. Selbst größere Oberschulen habe ihr eigenes Stadium, mit Platz für ein paar Tausend Zuschauern. Von den Unis rekrutieren die Profivereine.

Leider gibt es dieses System in Deutschland nicht, weil alle Bildungsinstitutionen dem Staat gehören, sie also, in anderen Worten, nicht frei sind und kein Vermögen besitzen dürfen. Auch hier bedarf es einer Revolution, aus Gebundenheit Freiheit zu schaffen. Auch hier versucht es die Machtelite, die Politiker und obersten Staatsbeamten, ihre Macht zu erhalten und nichts Neues einfiltern zu lassen.

Voraussagung

Trotz der arroganten Verhaltensweisen der Machthabenden im Fußball wird der gegenwärtige Fußball nicht mehr lange überleben. Denn nicht nur die Wenigen können vom Fußball gut leben. Der Powerfußball ist, zusammen mit neuen Vereins- und Finanzierungsstrukturen, im kleineren Maße, ein ideales Feld für Hedge Fonds. Nur braucht es dazu keine Fonds, Gruppen von Individuen können, wie gesagt, diese Rolle übernehmen, auch mit sehr wenig Geld. Und die Gewinne können lukrativ sein, denn sie sind es ja jetzt auch. (Sehen Sie bitte auch Vereinsfinanzen).

Wie lange dieser Prozess dauert, ist schwer vorauszusagen. Der Wechsel sollte eigentlich schon in diesem Jahr beginnen. Aber wir Deutsche sträuben uns gegen Veränderungen jeder Art. Wir haben Angst. Nicht nur des letzten Jahrhunderts wegen, des letzten Jahrtausends wegen. Immer laufend neue Veränderungen, meist nicht zum besten. Trotzdem, der Fußball ist ein Spiel, eine kleine Sache. Er existiert zu unserem Vergnügen. Und das sollten wir doch selbst gestalten können. Die Zeit für Revolution ist also jetzt.


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